BWF: Vermittler Opfer und Täter

Sachwerte Top News von Robert Krüger Kassissa

Am 2. September kam es zu ersten Festnahmen im Fall der BWF-Stiftung. Heute fand die Gläubigerversammlung in Berlin statt. procontra war vor Ort.

Foto: Ort der BWF-Gläubigerversammlung. Das Mathematikgebäude der TU Berlin. © TU-Pressestelle/Böck

In Berlin-Steglitz, in Teltow und in der Nähe von Köln wurden nach einstimmigen Medienberichten vier Verdächtige festgenommen, die Anleger mit Goldgeschäften betrogen haben sollen. Unter den Festgenommenen befinden sich der BWF-Vorstand Detlef B., Gerald S. und seine Ehefrau Marion M.-S..

Heute fand unter der Führung von Insolvenzverwalter Sebastian Laboga von Kübler Rechtsanwälte die Gläubigerversammlung in einer Räumlichkeit der Technischen Universität in Berlin statt. Die Kanzlei Kübler ist auch Insolvenzverwalter im Falle Infinus. Circa 300 BWF-Geschädigte waren anwesend. Der Fall umfasst 6.700 Verträge, 6.000 Anleger und 900 Vermittler. Unter den Vermittler befanden sich nach Ansicht des Insolvenzverwalters sowohl Opfer wie Täter. Zu letzteren zählt der Insolvenzverwalter Vermittler aus dem engeren Familienkreis der BWF-Stiftung-Macher sowie die Vermittler mit Provisionssätzen von 15 bis 20 Prozent.

In diesem Fall geht es nicht nur um Gold, sondern auch um andere Vermögensgegenstände. Denn die BWF-Stiftung investierte in weit mehr als nur Gold, wenngleich das Geschäft immer unter dem „Gold“-Deckmantel an Kunden verkauft wurde. Anlegergeld floss nämlich beispielsweise auch an einen American-Football-Verein in Köln.

Ob Anleger Geld zurückerhalten, also ob es zu einer Insolvenzquote kommt, ist noch ungewiss. Denn von den ursprünglich angenommen 3,2 Tonnen Gold stellten sich lediglich 324 Kilogramm als werthaltig heraus.

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