BVI sieht Altersvorsorge belastet

| Investmentfonds | Top News von Matthias Hundt

Foto: Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI

Die Investmentbesteuerung soll reformiert werden. Der entsprechende BMF-Entwurf stieß beim Fondsverband auf Kritik. Kleinsparer sowie die private und betriebliche Altersvorsorge würden belastet.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) veröffentlichte im Juli seine Pläne zur Reform der Investmentbesteuerung. Nun nahm der Fondsverband BVI dazu Stellung und konstatiert eine faktische Steuererhöhung für Kleinsparer und eine Belastung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge, würden die Vorschläge so umgesetzt. „Die im Diskussionsentwurf vorgesehenen Änderungen gehen in die falsche Richtung. Sparer dürfen angesichts der niedrigen Zinsen und der Herausforderungen, vor denen sie in der Altersvorsorge stehen, auf keinen Fall stärker als bislang belastet werden“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI.

Die Pläne der Investmentbesteuerung

Der Gesetzgeber plant eine Art Verschiebung der Besteuerung von der Anlegerebene hin zur Fondsebene. Das klingt aus Privatanlegersicht zunächst wünschenswert.
Aktuell zahlen Privatanleger auf Kapitaleinkünfte aus Publikumsfonds wie Zinsen, Mieten und Dividenden jeweils Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei den Fonds selbst fallen daher keine Steuern an. Der Entwurf sieht vor, inländische Publikumsfonds mit Steuern in Höhe von 15 Prozent auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien zu belasten.

Zum Ausgleich dafür sieht der Diskussionsentwurf für Anleger in Publikumsfonds Steuererleichterungen vor. Ausschüttungen aus den Fonds und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen sollen teilweise von der Besteuerung freigestellt werden. Doch Richter meint: „Die vorgesehenen Teilfreistellungen für Anleger gleichen die Vorbelastung auf der Fondsebene nicht aus. Unter dem Strich bleibt eine Steuererhöhung für Millionen von Sparern, die direkt oder indirekt Altersvorsorgekapital über Publikums- und Spezialfonds aufbauen.“

Der BMF-Entwurf basiert auf einem Auftragsgutachten. Demnach wären die Folgen für Kapitalmärkte, Finanzsektor und deutsche Renten „lediglich minimal“.

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