„Von ausgewählten Schwellenmärkten überzeugt“

Investmentfonds von Dr. Michael Hasenstab

„Unsere Anlagestrategie ist uneingeschränkt“, erklärt procontra-Kolumnist Dr. Michael Hasenstab, Vorsitzender der Templeton Global Macro Group. „Das heißt, wir schauen uns weltweit nach Anlagechancen um. Oft engagieren wir uns gegen den Trend.“

Foto: Dr. Michael Hasenstab, Franklin Templeton

Unter den Schwellenländern gibt es derzeit etliche wie Korea, Indien oder China, die unseres Erachtens vom niedrigeren Ölpreis enorm profitieren. Das kann kräftige Wachstumsimpulse auslösen.

Volkswirtschaften wie Mexiko, Korea oder Malaysia profitieren über den Exportkanal auch von der anziehenden US-Konjunktur. Höheres Wachstum in den USA ist häufig ein dynamischer Wachstumsmotor für Schwellenmärkte.

Viele Fehleinschätzungen
Häufig kursieren aber viele Fehleinschätzungen über Schwellenländer. So wurden Mexiko und Malaysia in die Kategorie der Ölproduzenten einsortiert und ihre Währungen massiv abgestraft.

In Wirklichkeit exportiert Mexiko zwar Öl, doch darauf entfallen nur rund 10 Prozent des Gesamtexports. Mexikos Exportwirtschaft ist viel stärker von der Nachfrage der US-Verbraucher nach in Mexiko produzierten Autos abhängig.

Realwirtschaftliche Verbindungen zu den USA, wie etwa Überweisungen mexikanischer Arbeiter, die in den USA erwerbstätig sind und einen Teil ihres Lohns zurückschicken, beeinflussen die wirtschaftlichen Aussichten des Landes viel stärker als jeder Preiseffekt des Öls.

Zweigleisigen Entwicklung
Für die Schwellenmärkte rechne ich daher mit einer zweigleisigen Entwicklung. Vernünftig regierte Länder, die nicht zu stark vom Öl abhängig sind, bieten gute Chancen. Wir sind unverändert von Lokalwährungen ausgewählter Schwellenmärkte mit starken Fundamentaldaten überzeugt.

So sollten insbesondere Länder mit geringer Verschuldung und starken wirtschaftlichen Verflechtungen mit den USA, wie zum Beispiel Mexiko und Südkorea, einen Zinsanstieg in den USA besser verkraften.  

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