Versicherungsmakler kämpft gegen Rassismus

| Panorama von Christian Hilmes

Foto: Wladimir Simonov, Landshut Versicherungen

Die aktuelle Debatte um die deutsche Asylpolitik wird auch von vielen hasserfüllten Kommentaren im Internet begleitet. Dagegen hat sich Makler Wladimir Simonov engagiert. In der Folge wird er jetzt selbst mit böswilliger Kritik überhäuft.

Einen Flammenwerfer statt der erfrischenden Dusche aus den Wasserschläuchen der Freiwilligen Feuerwehr Feldkirchen hatte ein 17 Jahre alter Lehrling zum Kfz-Techniker auf Facebook gefordert. Weil das ein klarer Aufruf zu Gewalt sei, beendete sein Arbeitgeber den Lehrvertrag mit sofortiger Wirkung. Nach Angaben der Wiener Zeitung „der Standard“ von Ende Juli habe der jugendliche Österreicher sich zwar später entschuldigt. Doch für den deutschen Autobauer Porsche spielte das keine Rolle mehr.

Eine ähnlich harte Entscheidung traf nach Angaben der Mediengruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung jetzt auch der Landshuter Finanzfachwirt Simonov gegen einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Freising. „Zum ersten Mal eine Kundenbeziehung aufgrund widerlicher Kommentare bei Facebook beendet“, verkündete der Chef der Landshut Versicherungen in der vorigen Woche ebenfalls bei Facebook. In diesem Fall ging es um ein Bedauern, dass nicht noch mehr Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken sind.

Maklervertrag gekündigt
„Der junge Mann hatte seinen Kommentar öffentlich unter seinem echten Namen gepostet“, erklärt Simonov gegenüber procontra. „Dieser Kunde ist für mich menschlich nicht mehr tragbar und deshalb möchte ich auch geschäftlich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Denn wer gegen andere Menschen hetzt, hat bei mir nichts zu suchen!“ Daher habe er den Maklervertrag mit dem Kunden gekündigt. Die Policen des jungen Manns werden nun von der Versicherungsgesellschaft direkt verwaltet.

Daraufhin erhielt Simonov, der 1996 als damals 11-Jähriger selbst mit dem Status Flüchtling aus der Ukraine nach Deutschland gekommen ist, nicht nur Lob von seinen Berufskollegen. Den Vorwurf, aus dem Fall Profit schlagen zu wollen, sieht er gelassen: „Ich gestalte meine Arbeit immer transparent. Dazu gehört, dass ich sage, mit wem ich nicht zusammenarbeiten möchte.“ Wenn potenzielle Kunden dadurch auf ihn aufmerksam würden, sei das nur ein „angenehmer Nebeneffekt“.

Bedenklicher Internet-Trend
Außerdem sei er negativ überrascht von der scheinbar hohen Zahl von sprichwörtlichen Wölfen im Schafspelz unter den Internetnutzern. Deren vermehrtes Auftreten sei Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, die Simonov sehr kritisch sieht: „Früher wurden solche Kommentare eher anonym erstellt. Doch die Rechten verhalten sich immer offensiver im Internet.“ Gegen diesen Trend wendet sich aktuell auch Anja Reschke, Moderatorin der ARD-Sendung Panorama, in einem aktuellen Kommentar für die Tagesthemen:


Videoquelle: ARD auf Youtube 

Tippen Sie als Einzelspieler oder mit Ihren Kollegen im Team und gewinnen Sie tolle Preise

Dirk Müller, Börsenmakler, Fachautor und Fondsmanager, mit seinem Blick auf 2016 und warum er den Wirtschaftsdaten aus China nicht traut

Platzt so der bAV-Knoten?

Branchengezwitscher

Facebook

Kranke(n)Versicherung? Der Niedrigzins breitet sich virusartig von den Lebensversicherern nun vermehrt auf die privaten Krankenversicherer aus. Doch wie steht's wirklich um die Branche und einzelne Anbieter?

Die procontra-App für Ihr Smartphone