S&K: Auftakt im Prozess des Jahres

Panorama von Christian Hilmes

Einen Gesamtschaden von etwa 240 Millionen Euro haben nach Ansicht der Ankläger die Beschuldigten zu verantworten, die jetzt vor dem Landgericht Frankfurt stehen: Das Hauptverfahren gegen die Verantwortlichen der S&K-Gruppe ist eröffnet worden.

Foto: Justitia © Fontanis

Nach Angaben des für Strafrechtsfälle zuständigen Gerichtssprechers Werner Gröschel ist die insgesamt 3.150 Seiten umfassende Anklageschrift nur teilweise zugelassen worden. Nicht zugelassen wurden Teile der gegen zwei Unternehmer gerichteten Vorwürfe, die im Zusammenhang mit der Auflage und dem Vertrieb eines Immobilienfonds stehen. Und das Verfahren gegen einen ebenfalls angeklagten Rechtsanwalt und Notar wurde zur gesonderten Entscheidung abgetrennt.

Viel wichtiger dürfte aber vielen Opfern des Finanzskandals erscheinen, dass sich jetzt neben diesen drei Angeklagten und einem leitenden Angestellten auch die beiden, seit zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzenden, Gründer der S&K-Firmengruppe in dem Strafverfahren zu verantworten haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt legt ihnen gewerbs- und bandenmäßigen Betrug sowie gewerbs- und bandenmäßige Untreue beziehungsweise Beihilfe hierzu zur Last.

Das wird ihnen vorgeworfen
Laut Anklageschrift haben die Männer systematisch Kapital beschafft, indem sie durch Täuschung Auszahlungsansprüche gekündigter Lebensversicherungsverträge erlangten. Betroffen seien davon mehr als 1.300 Anleger gewesen. Außerdem hätten die Angeklagten mehrere Tausend Kapitalanleger beim Vertrieb verschiedener Fonds mit hohen Renditeversprechen bewusst über die Werthaltigkeit der Anlagen getäuscht und sie sollen Anlegergelder manipulativ abgezogen haben.

Der erste Verhandlungstag ist am Donnerstag, 24. September, angesetzt. Zur Durchführung der gesamten Hauptverhandlung hat die 28. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt außerdem 16 weitere Termine bis Freitag, 13. November, bestimmt.  

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