Proven Oil Canada: „Die Jagd am Ziel vorbei“

Beteiligungen & Sachwerte Top News von Rechtsanwalt Daniel Blazek

Als sogenannte Cashcows bezeichnen Unternehmensberater Produkte, die regelmäßige Profite abwerfen. Gemolken werden in der Finanzwirtschaft allzu oft die Anleger, kritisiert Rechtsanwalt Daniel Blazek in seinem Gastbeitrag, am Ende auch von ihren Anwälten.

Foto: Daniel Blazek, BEMK Rechtsanwälte

Es sind nur noch wenige größere Organisationsstrukturen geschlossener Fonds am morbiden Grauen Kapitalmarkt übrig. Gerät eine Fondsfamilie ins Straucheln, ist die Jagd eröffnet: Emittenten formulieren Gründe und Maßnahmen angesichts der Krise, Anlegeranwälte propagieren Handlungsbedarf. Die einen ringen um Kontrolle, die anderen um Mandate.

Auf Versammlungen wird Show gemacht, Anlegerlisten werden zur postalischen Mandatswerbung genutzt, Pressemitteilungen breit gestreut, allerorten Ratschläge zum Anlegerverhalten erteilt. Es geht um Interessenvertretung und Schadenersatz gegenüber Emittenten, Hintermännern, Prospektverantwortlichen, Vermittlern, Wirtschaftsprüfern, Ratingagenturen. Damit wird die falsche Annahme des Anlegerkollektivs geschürt, dass Verlust quasi automatisch Schadenersatz bedeutet.

Die dritte Fraktion, der Vertrieb, mischt ebenfalls mit. Manche koalieren mit Anlegeranwälten und hoffen, dass sie selbst nie verklagt werden. Andere wagen, die Emittenten mit Alternativkonzepten herauszufordern, um sich damit positiv hervor zu tun. Wieder andere warten ab, teils hoffend, teils mit dem sprichwörtlichen Kopf im Sand.

Auch die vierte Fraktion, die Versicherer, spielen eine wichtige Rolle. Rechtsschutzversicherungen werden sich entweder mit Anlegeranwälten streiten oder eine Regulierung zu begrenzen suchen, Haftpflichtversicherungen prüfen die Einstandspflicht, hie und da mit organisatorisch eingebundenen Maklern und mehr oder weniger gesetzten Anwaltsstrukturen.

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