Tenhagens Riester-Liebling

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Foto: Hermann-Josef Tenhagen, © Finanztest

Der „Experte-für-alles“ Hermann-Josef Tenhagen wirbt in seiner Spiegel-Kolumne offen für die Riester-Rente von fairr.de. Der Landshuter Makler Wladimir Simonov teilt diese „Lobpudelei“ nicht.

In seiner am Samstag erschienenen Kolumne auf Spiegel online schreibt Verbraucherschützer Hermann-Josef Tenhagen, ehemals Finanztest, jetzt Finanztip, kritisch über den Verkaufsschlager Uniprofirente von Union Investment: „Hohe Gebühren, wenig Rendite: So vermeiden Sie die Kostenfalle bei der Riester-Rente“.

Am Ende seines Beitrages wirbt Tenhagen offen für fairr.de: „Meine Konsequenz ist eindeutig. Ich wünsche den Profirentnern viel Erfolg, die dem Management widersprechen und beim alten Modell bleiben. Für neue Riester-Verträge gilt: Bye bye, Uniprofirente! Es war schön mit Dir. Künftig werde ich wohl öfter über Fairrriester sprechen müssen.“

Der Landshuter Makler Simonov, der Tenhagen einen „Experten für alles“ nennt, stellt in seinem Blog-Beitrag klar: „Systembedingt muss am Ende der Ansparphase eine Rentenversicherung abgeschlossen werden, um die Rentenzahlungen jenseits von 85 sicherzustellen. Absicherung von Langlebigkeitsrisiken ist nämlich Versicherern vorbehalten, weder eine Fondsgesellschaft wie DWS oder Union Investment noch eine Bank wie im Fall von Fairr Sutor darf oder kann das.“

Fairr verschweigt Kosten
Fairr verschweigt somit, dass die günstigen Kosten nicht alle Kosten sind, die bei diesem Riester-Produkt anfallen. „Den größten Kostenberg – die biometrischen Kosten für die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos – werden die Kunden erst dann entdecken, wenn sie in Rente gehen. Fairr macht es sich sogar noch einfacher: Sie haben noch nicht einmal einen Versicherungspartner gefunden, der die Verrentung übernimmt“, so Simonov.

Nur für zwei Zielgruppen ist fairr.de nach Simonov daher interessant: „Wem die Riester-Förderung egal ist und wer nur einen relativ kostengünstigen gemanagten Fondssparplan sucht, sollte sich Fairr genauer anschauen. Wer Wert auf Riester-Förderung legt, dem aber die Rente egal ist weil er das Guthaben am Vertragsende trotz Förderschädlichkeit auszahlen lassen möchte, sollte sich auch näher mit Fairr beschäftigen.“ Wer hingegen Riester-Rente als Rente sieht, der sollte von Fondssparplänen der Fondsgesellschaften und von Fairr die Finger lassen.

Verdacht verschleierter Werbung
Das Branchenmedium „Versicherungsbote“ macht neben der lückenhaften Berechnung auf einen weiteren Umstand aufmerksam: „Denn fairr.de ist als so genannter Affiliate-Partner mit ,Finanztip' wirtschaftlich verbunden, dem derzeitigen Arbeitgeber von Tenhagen. Der Spiel-Online-Leser erfährt davon: Nichts.“ Der Deutsche Presserat müsse nun anhand Ziffer 7 des Pressekodex beurteilen, ob die geforderte klare Trennung zwischen Werbung und Redaktion in diesem Fall vorliegt.

Zum Vorwurf, man würde Kosten verheimlichen oder verschleiern, nahm Dr. Alexander Kihm, Leiter der Produktentwicklung bei fairr.de, gegenüber procontra am 20.7.15 Stellung.

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Die Wahrheit über Riester Die größten (Vor)-Urteile, wichtigsten Aussagen und Kritikpunkte auf dem Prüfstand. Kein anderes Vorsorgeprodukt wird so kontrovers diskutiert wie die Riester-Rente.

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