Streit mit Check24 geht in neue Runde

| Berater von Christian Hilmes

Foto: Screenshot TV-Werbespot Check24

Landet der Streit um die Vermittlung von Versicherungen durch Online-Vergleichsportale vor Gericht? Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) prüft derzeit als Reaktion auf eine aktuelle Stellungnahme von Check24 eine Klage.

Bereits im Juni hatte der BVK dem Betreiber des größten deutschen Portals, das als Versicherungsmakler registriert ist und den klassischen Maklern immer mehr zur Konkurrenz wird, eine Abmahnung geschickt. Der Vorwurf: Check24 halte sich nicht an die Regeln, die für alle Vermittler gelten. 

Nach Angaben der Wochenzeitung „Euro am Sonntag“ haben sich die Fronten mit einer offiziellen Erwiderung an den BVK nun verhärtet: „Unserer Auffassung nach erfüllt Check24 die rechtlichen Anforderungen vollumfänglich“, zitiert die Zeitung einen Unternehmenssprecher. 

Professoren auf Seite des BVK
Der Vermittlerverband BVK wolle noch im August mitteilen, ob Klage gegen Check24 erhoben werden soll. „Ob es zu einem Musterprozess kommen wird, ist maßgeblich von der zukünftigen Geschäftspraxis von check24 abhängig“, erklärte BVK-Präsident Michael H. Heinz im Zuge der Abmahnung, mit der Rechtsanwalt Prof. Dr. Nordemann von der Kanzlei Boehmert & Boehmert in Berlin beauftragt worden war.

Der Vermittlerverband sieht sich in seiner Rechtsauffassung durch ein Gutachten des Rechtswissenschaftlers und Versicherungsexperten Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski bestätigt. Demnach müssen alle Internetvergleichsportale auf dem deutschen Markt bei der Policen-Vermittlung die gleichen Anforderungen erfüllen wie die klassischen Versicherungsvermittler hierzulande.

Verstoß gegen geltende Gesetze?
In der Praxis würden die gesetzlichen Vorschriften von Vergleichsportalen bisher nur unzureichend erfüllt, argumentiert Heinz. Konkret nennt er die deutliche Übermittlung der Statusinformation in verständlicher Textform beim ersten Geschäftskontakt, die Durchführung einer individuellen Leistungs- und Bedarfsanalyse sowie eine umfassende individuelle Beratungsdokumentation.

Der Vermittlerverband BVK fordere neben der auch von der Verbraucherzentrale Hamburg geforderten Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Verbraucher vor allem „die Gleichbehandlung aller Vertriebswege“. Die bisherige Geschäftspraxis bei der Vermittlung von Versicherungsverträgen über check24.de stelle einen Verstoß gegen das Lauterkeitsrecht im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) dar.

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