Schmieriges Umfeld birgt Risiko für Vermittler

Berater Top News von Christian Hilmes

Die Negativschlagzeilen über die geschlossenen Fonds der Proven Oil Canada (POC) verunsichern die insgesamt rund 12.000 Anleger. Rechtsanwälte werben bei Betroffenen für Klagen gegen ihre Anlagevermittler, die jetzt folgende Fehler vermeiden sollten.

Foto: © ggw

Rechtsanwalt Norman Wirth (Foto unten) rät zur Besonnenheit: Auch wenn einzelne Anwaltskanzleien potenziellen Mandanten bereits „ein Vorgehen gegen beteiligte Anlagevermittler“ empfehlen, da dies gegenüber Klagen gegen die POC „insbesondere unter Kostengesichtspunkten zweckmäßig erscheint“, bestünden sehr gute Erfolgsaussichten für Vermittler.

„Dem Anleger obliegt die volle Beweislast für eine angebliche nicht hinreichende Risikoaufklärung sowie eine angeblich unterlassene beziehungsweise nicht rechtzeitige Prospektübergabe“, begründet Wirth. Dennoch gelte es für POC-Vermittler beim Kontakt mit ihren Kunden folgende Regeln dringend zu beachten:

Keine Rechtsberatung leisten!
Vermittler sollten zunächst einmal nicht rechtsberatend tätig werden. Denn das wäre unerlaubt und von der Vermögensschadenshaftpflichtversicherung nicht gedeckt. „Und es kann vielleicht noch zu weiteren Schäden beim Kunden führen – den sich der Kunde dann von ihnen ersetzen lassen könnte“, warnt Rechtsanwalt Wirth.

Konkret gehe es beispielsweise um die erhaltenen Auszahlungen aus dem Jahr 2013, welche die Anleger laut einer Aufforderung der Fondsgesellschaft jetzt zurückzahlen sollen, da die kanadische Objektgesellschaft Darlehen tilgen müsse. Wirth empfiehlt: „Vermittler sollten ihren Kunden weder zur Zahlung zu- noch abraten.“

Nicht für Betroffenenvereine werben!
Außerdem sollten Vermittler zwar für Fragen ihrer Kunden erreichbar sein und diese sachlich beantworten, aber sich nicht zur derzeitigen Situation oder den Zukunftsaussichten der POC äußern. Ebenso rate Wirth dringend davor ab, „Kunden von Mitgliedschaften in irgendwelchen Betroffenenvereinen zu überzeugen“.  

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