Prokon-Gläubiger stimmen für Genossenschaft

Sachwerte Top News von Christian Hilmes

Die insolvente Prokon Regenerative Energien GmbH soll nach dem Willen ihrer Gläubiger künftig als Genossenschaft weitergeführt werden. Eine Übernahme des Unternehmens aus Itzehoe durch den Karlsruher EnBW-Konzern ist damit vom Tisch.

Foto: © visivasnc

„Mit großer Mehrheit hat sich heute die Gläubigerversammlung für den sogenannten Genossenschafts-Insolvenzplan entschieden“, berichtet Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin. „Eine Abstimmung über den Investoren-Insolvenzplan wurde nicht mehr durchgeführt.“

Insgesamt hätten an der Abstimmung in der Hamburger Messe Gläubiger mit Forderungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro persönlich oder durch Bevollmächtigte teilgenommen. Anleger mit Forderungen im Wert von 843 Millionen Euro votierten für das Modell Genossenschaft.

Wahlkampf um Gläubiger im Vorfeld
Bereits vor der Gläubigerversammlung erklärten sich Genussrechtsinhaber, die etwa 60 Prozent des Genussrechtskapitals von insgesamt 1,44 Milliarden Euro repräsentieren, dazu bereit, einen Teil ihrer Insolvenzforderungen in Anteile an einer künftigen Prokon-Genossenschaft zu wandeln.

Damit wurden die Vorgaben des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, der 660 Millionen Euro als Mindestgröße für die Gründung angesetzt hatte, weit überschritten. Außerdem wurde das Eigenkapital der künftigen Prokon-Genossenschaft zusätzlich gestärkt.

Insolvenzverwalter blieb neutral
„Das Unternehmen hat jetzt sehr gute Aussichten, das Insolvenzverfahren kurzfristig zu verlassen“, erwartert Penzlin. Als neutraler Insolvenzverwalter habe er keine Empfehlung für eines der beiden Modelle gegeben. Nur vor einer Zerschlagung des Unternehmens hatte er gewarnt.

„Der beschlossene Insolvenzplan ist nun noch durch das Insolvenzgericht rechtskräftig zu bestätigen“, erklärt Penzlin, der die Geschäfte zunächst weiter leitet. Anschließend könne die Umwandlung erfolgen. Das Insolvenzverfahren soll bis Ende August aufgehoben werden.  

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