Pro Ventus muss Einlagengeschäft abwickeln

Beteiligungen & Sachwerte von Christian Hilmes

Die deutsche Finanzaufsicht hat der Pro Ventus GmbH aus Großostheim die Abwicklung ihres unerlaubt betriebenen Einlagengeschäftes angeordnet. Was deren Silbermünzen-Anleger jetzt beachten müssen, erklärt Rechtsanwalt Jens Reichow.

Foto: Silbermünzen Wiener Philharmoniker © v.poth

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe dem Unternehmen aufgegeben, die angenommenen Gelder unverzüglich vollständig zurückzuzahlen. Denn Pro Ventus bot ihren Anlegern nicht nur den Erwerb von Silbermünzen an: Mit dem Kaufvertrag verpflichtete sich auch die Pro Silber GmbH aus Winterthur dazu, die Edelmetalle nach Ablauf der Vertragslaufzeit zu einem festen Betrag zurückzukaufen, auch wenn dieser den ursprünglichen Kaufpreis übersteigt.

„Dieses Anlageangebot ist ein einheitliches Geldanlagemodell, bei dem das Rückkaufsversprechen der Pro Silber GmbH der Pro Ventus GmbH als geldannehmendes Unternehmen zuzurechnen ist“, begründet die BaFin ihre Entscheidung. Damit betreibe die deutsche Pro Ventus GmbH ein Einlagengeschäft ohne die hierfür erforderliche Erlaubnis der BaFin nach Paragraf 32 KWG. Der Bescheid der Finanzaufsichtsbehörde sei sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskräftig.

Ansprüche gegen Geschäftsführer?
„Für die betroffenen Anleger ist zu hoffen, dass die Pro Ventus GmbH zeitnah die eingelegten Gelder zurückerstattet“, erklärt Reichow (Foto links). Anderenfalls sollten die Betroffenen einen spezialisierten Anwalt mit der Prüfung von Ansprüchen beauftragen. Reichow: „Dabei könnten nicht nur Rückzahlungsansprüche gegen die Pro Ventus GmbH bestehen, sondern auch Ansprüche gegen die handelnden Personen in Betracht kommen.“

„Die Bestimmung des Paragrafen 32 KWG stellt nämlich ein Schutzgesetz im Sinne von Paragraf 823 Absatz 2 BGB dar, sodass seitens geschädigter Anleger auch Direktansprüche bestehen könnten, zum Beispiel gegen Geschäftsführer“, führt der Rechtsanwalt in der Hamburger Kanzlei Michaelis aus. Um die eventuell infrage kommenden Ansprüche zu sichern sei den Anlegern zu empfehlen, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.  

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