GDV gerät in Sommerloch-„Skandal“

| Panorama von Christian Hilmes

Foto: TV-Moderator Frank Plasberg präsentiert neben „hart, aber fair!“ auch ARD-Sendungen wie „2013 - Das Quiz“, © ARD/Marco Grob

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht keinen Anlass, seine Jahrestagung nicht wie geplant im November zu veranstalten. Der Medienrummel um die dafür engagierte Firma von Frank Plasberg sei übertrieben.

Der Moderator der ARD-Sendung „hart aber fair“ teilt montagabends gerne aus, muss jetzt aber selbst einige verbale Tiefschläge einstecken: In den sozialen Medien häufen sich seit dem Wochenende Kommentare, die Plasberg Lobbyismus für die deutsche Assekuranz vorwerfen. Anlass dafür ist ein aktueller Artikel der „Bild am Sonntag“ (BamS).

Unter dem Titel „Versicherungs-Affäre um TV-Star Plasberg“ berichtet das Medium des Axel-Springer-Verlags über eine „Lobby-Affäre“ - ausgelöst durch einen Einladungsbrief aus dem Hause Ansager & Schnipselmann GmbH & Co KG. Geschäftsführer dieser auch für die Talkshow „Hart aber fair“ verantwortlichen Produktionsfirma ist Plasberg.

Redaktion auf Einladungsschreiben genannt
Problematisch an den Schreiben, für die Plasbergs Düsseldorfer Unternehmen vom GDV einen Auftrag erhalten hat, ist die Unterzeichnung des Chefs vom Dienst der Redaktion „Hart aber fair“. Die BamS zitiert zu diesem Thema einen Sprecher des zuständigen ARD-Senders WDR, wonach dieses Verhalten „nicht zulässig ist und künftig zu unterbleiben hat“.

Von diesem Vergehen distanziert sich der GDV: „Wir haben Ansager & Schnipselmann beauftragt, nicht Hart aber fair“, kommentiert ein Verbandssprecher auf procontra-Anfrage. Konkret ging es in dem Auftrag um die Einladungen prominenter Gäste wie zum Beispiel Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sowie zwei Filme zum Tagungsthema Digitalisiserung.

Plasbergs Frau moderiert GDV-Veranstaltung
Der Verband sei zwar nicht amüsiert über das unprofessionelle Verhalten des von ihm engagierten Dienstleisters. Trotz des enormen Shitstorms, den die vermeintliche Skandalisierung des Themas ausgelöst habe, sehe man keinen Grund für Planänderungen. BamS kritisierte auch, die Werbung mit der Moderation durch Plasbergs Ehefrau Anne Gesthuysen.

Ob und wie Plasberg selbst auf die Vorwürfe reagiert, zeigt sich spätestens am 31. August. Dann endet die Sommerpause seiner Talkshow, die unter anderem mit dem „Deutschen Fernsehpreis“, dem „Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis“, dem „Adolf-Grimme-Preis“ und dem „Bayerischen Fernsehpreis“ ausgezeichnet worden ist. Genug Zeit für einen ausführlichen Faktencheck.  

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