„Einzelmakler werden 2020 die Ausnahme sein“

Berater Top News von Matthias Hundt

Sven Gábor Jánszky ist Zukunftsforscher mit klaren Visionen auch für die Versicherungsbranche. Der Direktor des 2b AHEAD ThinkTank über richtige und falsche Meilensteine und die Zukunft der Makler

Sven Gábor Jánszky, Direktor des 2b AHEAD ThinkTank_ Foto: ©-Andreas-Lander

procontra: Digitalisierung steht bei Versicherern ganz oben auf der Agenda. Was sind dabei die konkreten Kernthemen?
 
Sven Gábor Jánszky: Die Versicherer haben aktuell das Gefühl und stellen direkt fest, dass ihnen die Schnittstelle zum Endkunden verloren geht. Dieses Gefühl wird durch Marktteilnehmer bestärkt, die von außen hineindrängen. Immer mehr solcher Fintech-Unternehmen versuchen über digitale Lösungen, die Kommunikationsbedürfnisse der Endkunden zu befriedigen.

procontra: Ist diese Sorge berechtigt?

Jánszky: Auf jeden Fall. In der Startup-Szene gilt der Versicherungsbereich als die nächste Branche, die großes Potenzial für disruptive Geschäftsmodelle bietet. Wer darauf nicht reagiert, wird die dafür affinen Kundenschichten verlieren.

procontra: Sie meinen die junge Zielgruppe, die Generation Y?!

Jánszky: Nein. Das setze ja voraus, dass das allein eine Frage des Alters wäre. Das ist falsch. Die Affinität zu digitalen Medien oder die Bereitschaft zur Datenfreigabe geht durch alle Altersschichten hindurch. Folglich sind alle Kundengruppen betroffen.

procontra: Worum geht es nun konkret für die Versicherer?
 
Jánszky: Übersetzt für den Versicherungsmarkt ist die Herstellung einer digitalen Kundenschnittstelle nur der Beginn. Es reicht nicht Produkte über alle Kommunikationskanäle hinweg anzubieten. Das ist nur der erste und mit 20 Prozent unwichtigere Teil der Digitalisierung.

procontra: Was wird mit 80 Prozent entscheidender sein?

Jánszky: Wie die Anbieter die Daten und das, was sie über das Verhalten ihrer Kunden erfahren, dafür nutzen, ihre Produkte individueller zu gestalten. Die Produkte werden adaptiv, nicht nur in der Versicherungsbranche. Das heißt, sie passen sich individuell an den Kunden und an verschiedene Nutzungssituationen und Umgebungen an.

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