BU muss bei Burn-out zahlen

| Versicherungen von Björn Thorben M. Jöhnke, Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte

Björn Thorben M. Jöhnke, @ Kanzlei Michaelis

Burn-out-Syndrome als BU-Auslöser nehmen stetig zu und beschäftigen zunehmend Gerichte und Anwälte wie Björn Jöhnke von der Kanzlei Michaelis. Wie die Rechtsprechung ist und was daraus für Makler folgt.

Dass Despressionen und Burn-out-Syndrome stetig zunehmen, ist mittlerweile auch den Gerichten bewusst. Selbst die Volkskrankheit „Rücken“ tritt mittlerweile in den Hintergrund.

Berufsunfähigkeitsversicherer lehnen jedoch häufig die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Ein Problem ist die Darlegung der Berufsunfähigkeit des Versicherten im Rahmen seiner Beweislast. Hierbei kann der Vermittler den Kunden bei der Beantragung der Berufsunfähigkeitsrenten unterstützen, denn es werden hohe Anforderungen an den Nachweis der Berufsunfähigkeit gestellt. Dazu gehört u. a. das Beibringen aussagekräftiger ärztlicher Nachweise wie Befunde und Diagnosen. Der Versicherte trägt die Beweislast für die Berufsunfähigkeit!

Symptome wie u. a. Erschöpfungsbefinden, Gereiztheit, Müdigkeit und Gleichgültigkeit sind Erscheinungsformen und meist Begleiterscheinungen für weitere Krankheiten. Das Burn-out-Syndrom selbst lässt sich schlecht klassifizieren und in eine „Schublade stecken“, die man dann als anerkannte Krankheit im Rahmen der Berufsunfähigkeitsbedingungen „aufziehen“ kann. Dennoch wird jemand, der an dieser Depression leidet, nicht selten nicht mehr arbeiten können. Kann der Versicherte über eine längere Zeit nicht in seinem Beruf tätig sein, kann man von Berufsunfähigkeit sprechen. Dabei kommt es aber auf die vertraglichen Bedingungen an.

Arbeitsunfähigkeit ist jedoch nicht zwingend auch Berufsunfähigkeit. Nach dem Urteil des Landgerichts München vom 22. März 2006 müssen Versicherungen bei Berufsunfähigkeit auch beim sogenannten Burn-out-Syndrom zahlen.

Finanzmanager arbeitete 10 Stunden täglich
In dem zugrunde liegenden Sachverhalt ging es um einen selbstständigen Finanzmanager, der unter Arbeitsüberlastung und Erfolgsdruck litt. Der Kläger hatte dauernd Arbeitsstress und führte täglich bis zu 200 Telefonate, wobei er in der Woche durchschnittlich 10 Stunden pro Tag arbeitete. Auch war er am Wochenende beruflich tätig. Häufige Dienstreisen waren nicht selten. Der Manager bekam Angstzustände, Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Der Kläger war sozusagen: „ausgebrannt“. Ein Gutachten bestätigte eine 50%ige Berufsunfähigkeit.

Die ärztliche Diagnose lautete: „Burn-out-Syndrom“. Die ärztliche Empfehlung war, nicht mehr in dem Beruf weiter zu arbeiten. Daraufhin beantragte der Kläger bei seiner Berufsunfähigkeits - Versicherung die vertraglich vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Die Versicherung erkannte das Burn-out-Syndrom als bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit jedoch nicht an und lehnte die Zahlung der Berufsunfähigkeits-Rente ab.

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