TÜV Süd gerät tiefer in S&K-Skandal

Beteiligungen & Sachwerte von Christian Hilmes

Müssen sich Mitarbeiter des TÜV Süd wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug verantworten? Entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen bereits. Gegenüber procontra reagiert der TÜV auf die Vorwürfe im Rahmen des S&K-Skandals

„Wir sind – insbesondere nach dem Ergebnis unserer internen Untersuchungen – der festen Überzeugung, dass sich unsere Mitarbeiter rechtskonform verhalten haben. Sie haben nach unserem Kenntnisstand zu keiner Zeit von dem betrügerischen Verhalten des Unternehmens S&K gewusst oder dieses gar unterstützt“, erklärte eine Sprecherin der TÜV Süd AG auf procontra-Anfrage.

Die Münchener reagieren damit auf einen aktuellen Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen Mitarbeiter des TÜV Süd wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug. Konkret gehe es um „das Ausstellen einer TÜV-Bescheinigung für Immobilien der Frankfurter Investmentfirma S&K“.

„Skandal um Schrottimmobilien“
„Das Unternehmen steht im Mittelpunkt eines Skandals um Schrottimmobilien“, erklärt der NDR den Hintergrund der S&K-Pleite, bei der etwa 11.000 Anleger ungefähr 240 Millionen Euro verloren haben sollen. Die Staatsanwälte verdächtigen die Verantwortlichen der S&K-Gruppe, der 150 verbundene Unternehmen angehörten, ein „Schneeballsystem“ betrieben zu haben.

Knapp zwei Jahre nachdem die Firmengründer Jonas K. und Stephan S. sowie vier weitere Verdächtige in Untersuchungshaft genommen wurden, hat die Staatsanwaltschaft im Januar eine etwa 3.150 Seiten umfassende Anklageschrift erstellt. Zuvor wurden etwa 2.200 Bankkonten ausgewertet sowie zahlreiche Büros durchsucht – auch bei einer Tochterfirma der TÜV Süd.

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Foto: Gebäude an der Ridlerstraße in München, TÜV SÜD AG

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