S&K-Urteil mit Signalwirkung

Berater von Christian Hilmes

Als „wirtschaftlich nicht tragfähig“ bewertet das Landgericht Landshut in einem aktuellen Urteil das Fondskonzept der Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG. Das hat unmittelbare Folgen für ehemalige Vermittler der Fonds.

Dass die Fonds der S&K, deren Firmengründer Jonas K. und Stephan S. sowie weitere Verdächtige seit zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren, hatte in dem Prozess Rechtsanwalt Dr. Heinz Steinhübel aus Tübingen argumentiert. „Nunmehr wurde die mangelnde Plausibilität des Fondskonzepts bestätigt.“

Das von Steinhübel erstrittene Urteil sei zwar noch nicht rechtskräftig, aber wegweisend. Denn es beruhe auf dem Gutachten eines renommierten Wirtschaftswissenschaftlers. Demnach seien die dem S&K-Fondskonzept zugrundeliegenden Renditeerwartungen durch den Handel mit Immobilien gar nicht zu erzielen gewesen. 

Vermittler müssen informieren 
Auf die fehlende wirtschaftliche Tragfähigkeit beziehungsweise eine nicht durchgeführte Plausibilitätsprüfung hätte der Anlagevermittler, der in dem aktuellen Fall vor Gericht stand, seinen nach der S&K-Pleite gegen ihn klagenden Kunden hinweisen müssen. Denn er ist zur Prüfung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Fondskonzepts verpflichtet, weshalb er nun zum Schadenersatz verurteilt wurde.

Hintergrund der Entscheidung: Sowohl Anlageberater als auch Anlagevermittler sind nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verpflichtet, ein Anlagekonzept auf Plausibilität hin zu überprüfen, ehe sie es in den Vertrieb aufnehmen, erklärte auch der Hamburger Rechtsanwalt Stephan Michaelis 2013 im procontra-Interview. Sofern sich der Berater beziehungsweise Vermittler allein auf die Prospektangaben des Emittenten verlässt, muss dies gegenüber dem Anlageinteressenten offengelegt werden.

Foto: © Zerbor

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