Profis rechnen mit Insolvenz Griechenlands

| Investmentfonds von Stefan Terliesner

Umfrage unter Fach- und Führungskräften der Investmentbranche: 74 Prozent erwarten Staatspleite, aber nur 53 Prozent halten einen „Grexit“ für wahrscheinlich. Folgen wären zu bewältigen.

Die Verhandlungen der Euro-Finanzminister zur Krise in Griechenland stehen auf Messers Schneide. Die überwiegende Mehrheit der Investment Professionals in Deutschland, 73,7 Prozent, geht davon aus, dass Griechenland zahlungsunfähig werden wird – so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Analystenvereinigung DVFA. Immerhin für möglich halten dieses Szenario 21,2 Prozent, nur 5,1 Prozent der befragten Experten schätzen eine Staatspleite Griechenlands als unwahrscheinlich ein.

Jeder Fünfte glaubt nicht an Austritt
Wie der Pressemitteilung weiter zu entnehmen ist, hält die Mehrheit der Befragten auch den „Grexit“ für realistisch, allerdings fallen die Ergebnisse hier weniger deutlich aus: Insgesamt 52,5 Prozent schätzen den Austritt Griechenlands aus dem Euro als wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich ein. Für möglich halten den „Grexit“ 27,7 Prozent, für unwahrscheinlich halten ihn 19,7 Prozent.

Im Falle einer Insolvenz beziehungsweise eines „Grexit“ erwarten die Investment Professionals schwerwiegendere Konsequenzen für Griechenland als für die Europäische Union: Schwere Verwerfungen in Griechenland befürchten 58,4 Prozent der Befragten. Eine nachhaltige Schädigung des Vertrauens in der Euro-Zone sieht hingegen nur rund jeder Zehnte (Insolvenz – 10,9 Prozent, „Grexit“ – 9,5 Prozent).

Chance auf Aufschwung
Eine Insolvenz Griechenlands wäre für die Europäische Union zwar fiskalisch teuer, aber letztendlich zu bewältigen, sagen 51,1 Prozent. Im Falle eines Austritts Griechenlands aus dem Euro sehen 43,1 Prozent sogar die Chance, dass dies Klarheit schaffe und dadurch Märkte, Währung und Wirtschaft beflügele. Positive Auswirkungen eines „Grexit“ für Griechenland selbst sehen nur 30,7 Prozent.

Die DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) ist als Berufsverband für Fach- und Führungskräfte bei Investmenthäusern, Banken, Fondsgesellschaften und unabhängigen Kapitalmarktdienstleistern tätig. Die Vereinigung hat rund 1.400 Mitglieder.

Foto: © rcx

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