„PKV besser als je zuvor“

| Versicherungen von Stefan Terliesner

Eine positive Schadenentwicklung lässt das versicherungstechnische Ergebnis gut aussehen. Auf Dauer führen Wachstumsschwäche und Zinstief aber zu Beitragssteigerungen. Makler reagieren darauf skeptisch.

Die Private Krankenversicherung (PKV) steht mit Blick auf die versicherungstechnische Erfolgslage momentan besser da als je zuvor. So jedenfalls sieht es die Versicherer-Ratingagentur Assekurata. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die derzeitige Wachstumsschwäche in der Vollversicherung bringt im Hinblick auf die Ertragslage auch entlastende Effekte für die Unternehmen mit sich.

Sinkende Abschlusskosten in Verbindung mit einer aktuell positiven Schadenentwicklung führen zu höheren versicherungsgeschäftlichen Ergebnissen. (…) Darüber hinaus müssen die Unternehmen bei geringerem Wachstum auch weniger Geld am Kapitalmarkt anlegen – kurzfristig ein positiver Umstand bei den aktuell niedrigen Zinsen.“

Auch Deutschlands Aktuare warnen
Die Betonung liegt hier freilich auf „kurzfristig“. Denn auf Dauer führen die Mini-Zinsen am Kapitalmarkt zu Beitragssteigerungen. Das hat die Deutsche Aktuarvereinigung im Mai gegenüber procontra gerade erst bestätigt. Das weiß auch Assekurata und fährt in der Pressemitteilung wie folgt fort: „In Anbetracht sinkender Nettoverzinsungen und drohender Rechnungszinsabsenkungen wird es für die Gesellschaften immer wichtiger, Ausgaben zu minimieren und die Überschüsse aus der Kostenkalkulation durch mehr Effizienz weiter zu erhöhen. Eins steht jedoch fest: Durch Kosteneinsparungen lässt sich die Zinsentwicklung nicht vollends auffangen.“

Nettoverzinsung rutscht unter 4 Prozent
Nach Einschätzung der Agentur dürften die Nettoverzinsungen 2014 marktweit erneut zurückgegangen sein und durchschnittlich unter die 4 Prozent-Marke rutschen. „Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass nur noch sehr wenige Krankenversicherer einen Aktuariellen Unternehmenszins (AUZ) über 3,5 Prozent erreicht haben, wobei kurzfristig auch bei diesen Häusern mit einer Absenkung des Rechnungszinses im Bestand zu rechnen ist“, prognostiziert Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung und Verfasser der Untersuchung.

„Für das diesjährige AUZ-Verfahren rechnen wir bei vielen PKV-Unternehmen bereits mit einer zwei vor dem Komma. Insofern dürfte der Rechnungszins in den nächsten Jahren die Beitragserhöhungen mit bestimmen.“ (Auch in der aktuellen Print-Ausgabe greift procontra das Thema AUZ-Verfahren und Beitragserhöhungen auf.)

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Foto: © Daniel Ernst

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