Neues Angebot an Prokon-Gläubiger

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Die Düsseldorfer Naturstrom AG unterstützt die Befürworter einer Genossenschaftslösung für die insolvente Prokon Regenerative Energien GmbH. Dazu bietet der Öko-Energieversorger den bisherigen Anlegern an, ihre Genussrechte zu erwerben.

So solle die erforderliche Mindestwandlungssumme zusammenkommen, um die Prokon-Genossenschaft zu gründen, an der sich die Aktiengesellschaft beteiligen wolle. Denn aus Sicht von Naturstrom biete die Umwandlung in eine Genossenschaft die „Chance auf eine langfristig gesunde Entwicklung“.

Zudem sei sie mit der persönlichen Zielsetzung vieler Genussrechteinhaber und der Mitarbeiter besser vereinbar, so Naturstrom-Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas E. Banning (Foto): „Es gibt etliche Genussrechteinhaber, die sich neben den finanziellen auch aus inhaltlichen Erwägungen für Prokon entschieden haben.“ 

Aufruf in letzter Minute
Der jüngste Appell an die Gläubiger könnte gerade noch rechtzeitig kommen: Die Inhaber von Genussrechten sollen Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin eigentlich bis morgen schriftlich mitteilen, ob sie bereit sind, Genossenschaftsanteile zu zeichnen. Aber aufgrund des aktuellen Poststreiks werden voraussichtlich auch spätere Zusendungen noch berücksichtigt.

So oder so gilt, dass jede Stimme zählt. Denn erst wenn genug Anleger zusammenkommen und die erforderliche Mindestwandlungssumme erreicht wird, stimmt die Gläubigerversammlung in einer Woche in der Hamburg Messe darüber ab, wie es mit Prokon weitergeht.

Alternative: Investor übernimmt  
Doch was passiert, falls die Anleger nicht knapp ein Viertel ihres nominal gezeichneten Genussrechtskapitals im Unternehmen lassen wollen und die geforderten 660 Millionen Euro Eigenkapital für die neu zu gründende Genossenschaft nicht zusammenkommen?

Dann steht als Alternative für die etwa 74.000 Anleger, die dem Unternehmen aus Itzehoe für die Finanzierung von Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien über Genussrechte insgesamt 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt hatten, die Investorenlösung bereit: Der Stromversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) bietet 550 Millionen Euro für Prokon.

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Foto: Windkraftanlage in Neudorf, NATURSTROM AG

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