Gothaer senkt ab Juli die Vergütung

Versicherungen von Stefan Terliesner

Im Bereich Leben sind alle Vertriebswege betroffen. Voraussichtlich 2016 kommen neue Garantieprodukte. Vorstand schließt Rückzug aus dem Klassikgeschäft in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) nicht aus.

Die Gothaer Lebensversicherung senkt die individuelle Vergütung für den Abschluss eines neuen Vertrages über alle Vertriebswege um 1,5 Prozentpunkte. Dies teilte Michael Kurtenbach (Foto unten), Vorstandsvorsitzender der Gothaer Leben und Gothaer Kranken, auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns mit. Der Konzern-Chef Karsten Eichmann war aufgrund von Kochenbrüchen infolge eines Fahrradunfalls nicht anwesend.

Zehn Jahre volle Stornorisiken
Wie Kurtenbach ausführte, erfolgt die „Umsetzung eines LVRG konformen Vergütungsmodells auf einen Schlag zum 1. Juli“. Im Gegenzug würde die laufende Vergütung erhöht. „Zu einem vollen Ausgleich kommt es aber nur, wenn der Kunde vertragstreu ist“, so der Vorstand. Die Stornorisiken über zehn Jahre gingen voll zu Lasten der Vermittler.

Zudem bringt Gothaer Leben voraussichtlich im kommenden Jahr neue Garantieprodukte auf den Markt. Damit folgen die Kölner anderen Versicherern wie Allianz, Axa oder Ergo, die entsprechende Produkte bereits verkaufen. Kurtenbach kann sich endfällige Garantien ebenso vorstellen wie abschnittsweise Garantien. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Auch andere Varianten seien möglich.

Zinsszenario ist entscheidend
Insgesamt will der Versicherer den Anteil des Geschäfts mit klassischen Lebensversicherungen, bei denen dem Versicherungsnehmer eine Mindestverzinsung garantiert wird, senken. Im bAV-Bereich schloss Kurtenbach einen Rückzug aus dem Klassikgeschäft nicht aus. „bAV-Klassik macht derzeit ökonomisch keinen Sinn“, sagte der Vorstand.

„Derzeit“ bezieht sich auf das anhaltende Zinstief. Ein denkbarer Ausstieg hänge davon ab, an welches Zinsszenario man glaubt.

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Fotos: Gothaer

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