EZB lässt Fondsbranche boomen

| Investmentfonds von Rainer Kreuzer

Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) damit begonnen hat, die Märkte über den Ankauf von Anleihen mit Geld zu fluten, sind die Nettozuflüsse in die europäischen Investmentfonds sprunghaft nach oben geschossen.

Nach der aktuellen Statistik des europäischen Fondsverbandes Efama sorgte das Quantitative-Easing-Programm der EZB dafür, dass den Fondsgesellschaften im ersten Quartal dieses Jahres 285 Milliarden Euro zuflossen. Im vierten Quartal 2014 hingegen herrschte mit nur 49 Milliarden Euro an Zuflüssen noch Flaute in den Kassen. Die EZB hat im  März damit begonnen, monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen aufzukaufen. 

Den Zahlen des Efama zufolge profitierten davon die Aktienfonds am meisten. Im vergangenen Jahr waren deren Zuflüsse von Quartal zu Quartal gesunken. Im Herbst mussten sie sogar Nettoabflüsse in Höhe von fünf Milliarden Euro hinnehmen. Im ersten Vierteljahr 2015 hingegen pumpen die Anleger plötzlich 39 Milliarden Euro in die Kassen der Aktienfonds. Die Multi-Asset-Fonds verfünffachten ihre Zuflüsse von 19 auf 101 Milliarden Euro. Anleihefonds steigerten ihre Zuflüsse von 20 im vierten Quartal 2014 auf 77 Milliarden Euro im ersten Quartal 2015.  

Von den 26 Ländern, die von der Efama erfasst werden, verzeichneten im ersten Quartal 2015 nur vier Länder Abflüsse bei ihren Fonds: Großbritannien erlitt ein Minus von 9,27 Milliarden Euro. Auch griechische, maltesische und Lichtensteiner Fonds verloren Kapital. Die in Luxemburg aufgelegten Fonds erzielten mit 116,54 Milliarden Euro die größten Zuflüsse im ersten Quartal dieses Jahres. Deutsche Fonds sammelten bei den Anleger nur 8,26 Milliarden Euro ein und damit weniger als Fonds aus Spanien (15,61 Milliarden Euro), der Schweiz (11,53 Milliarden Euro) und Italien mit 11,02 Milliarden Euro.  Das insgesamt verwaltete Vermögen europäischer UCITS-Fonds stieg damit laut Efama im ersten Quartal um 15,4 Prozent auf 8,28 Billionen Euro.

Foto: © vege

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