Domcura von MLP übernommen

| Berater von Christian Hilmes

Für 18 Millionen Euro übernimmt die MLP AG 100 Prozent der Anteile der Domcura Gruppe. Der Finanzdienstleister aus dem nordbadischen Wiesloch wolle sich mit dem Kauf des Kieler Unternehmens ein weiteres Geschäftsfeld aufbauen.

Als Assekuradeur konzipiert, entwickelt und realisiert Domcura umfassende Deckungskonzepte in der Sachversicherung. Sie werden derzeit von rund 5.000 Maklern, Mehrfachagenten und Finanzdienstleistern sowie Maklerpools und Versicherungsportalen genutzt.

Anders als ein Versicherer ist ein Assekuradeur kein Risikoträger, sondern wählt für seine Geschäftspartner aus dem gesamten Marktangebot den jeweils passenden Risikoträger für die Deckungskonzepte aus.

Management und Unternehmenssitz bleiben
Dieses Geschäftsmodell der Domcura, die derzeit 289 Mitarbeiter beschäftigt, solle künftig fortgeführt und deutlich ausgebaut werden, erklärt MLP-Vorstand Manfred Bauer. Für die Geschäftspartner des 1980 gegründeten Unternehmens sei Kontinuität sichergestellt.

Das Unternehmen, das im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro erzielte, wird vom bewährten Management weitergeführt und behält seinen Sitz in Kiel.

„Assekuradeur-Modell gewinnt an Bedeutung“
„Wir sind überzeugt, dass das Assekuradeur-Modell gerade im aktuellen Marktumfeld weiter an Bedeutung gewinnt“, kommentiert Gerhard Schwarzer, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Domcura (Foto links).

In der knapp 2.000 selbstständige Kundenberater und gut 1.500 Mitarbeiter zählenden MLP-Gruppe könne das Domcura-Geschäftsmodell dauerhaft gesichert werden. Schwarzer: „Wir werden auch künftig ein starker und verlässlicher Geschäftspartner sein.“

UPDATE: MLP lehnt Exklusivmodell ab
Nach der überraschenden Nachricht von der Übernahme des Kieler Assekuradeurs Domcura hat MLP-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Schroeder-Wildberg (Foto rechts) Details zu seinen Plänen genannt. Auf procontra-Anfrage nahm er Stellung dazu, was jetzt auf Makler zukommt.

Demnach gebe es ein klares Nein zum Modell Exklusivvertrieb. Schroeder-Wildberg: „Wir werden uns aus tradierten Konkurrenzverhältnissen befreien. Die Branche wird erwachsener.“ Als Vorbild für die künftige Integration der Domcura führt er das Beispiel der vor vier Jahren komplett übernommenen Feri AG an, die ebenfalls als eigener Geschäftsbereich fortgeführt werde. „Das hat sich sehr gut bewährt.“

Foto: MLP-Zentrale Wiesloch, MLP; Gerhard Schwarzer, DOMCURA; Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, MLP

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