„Der Staat glaubt nicht an den Finanzmarkt“

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Star-Fondsmanager Christoph Bruns gibt preis, was bei seinem Fonds Loys Global zuletzt schiefgelaufen ist, wer ihn erdet, warum Berater ihren Kunden eine Aktienquote von hundert Prozent empfehlen sollten und was der Staat tun sollte.

procontra: Herr Bruns, Sie haben auf einer Branchenveranstaltung Anfang des Jahres einen Vortrag gehalten. Im Publikum saßen einige junge Männer, die riefen: „Christoph Bruns ist Gott!“ Haben Sie den Zwischenruf gehört?

Christoph Bruns: Nein. Zum Glück bin ich ohnehin nicht anfällig für Lobhudelei.

procontra: Sie sind immerhin einer der bekanntesten Fondsmanager Deutschlands. Steigt Ihnen das nicht zu Kopf?

Bruns: Meine Frau und meine Kinder erden mich. Vielleicht hilft auch meine westfälische Provenienz. Oder mein Alter: Ich bin 48. Wenn man jung ist, ist man anfälliger für Größenwahn. Am Ende zählt aber die Leistung.

procontra: Apropos Leistung: Ihr Aktienfonds Loys Global hat in den vergangenen Monaten geschwächelt. Was war da los?

Bruns: Drei Dinge sind schief gelaufen. Erstens hatten wir amerikanische Aktien und den US-Dollar untergewichtet. Das hat der Performance geschadet. Dass der Euro gegenüber dem Dollar dermaßen stark gefallen ist, hat uns überrascht.

Zweitens halten wir im Schnitt zehn bis zwölf Prozent Kasse. Das ist nicht hilfreich, wenn die Börsen steigen. Der Loys Global soll aber unter den guten Fonds der konservativste sein. Deshalb bin ich lieber vorsichtig als zu sportlich.

Drittens haben wir eine große Position Ölaktien im Portfolio. Das hat vergangenes Jahr, als der Ölpreis gesunken ist, auch nicht gerade geholfen. Nun drehen die Trends allerdings wieder und wir kommen in freundlicheres Fahrwasser.

Seite 1: Warum der Loys Global schwächelte
Seite 2: Was Bruns´ Onkel Otto immer sagte

Foto: Christoph Bruns, Loys AG

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