„Wir wollen keine Manager, die nur mit dem Strom schwimmen“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Julia Groth

Eckhard Sauren, Gründer der gleichnamigen Kölner Dachfonds-Boutique, über die Konkurrenz durch Multi-Asset- und Indexfonds. Und warum er glaubt, dass sich Dachfonds trotz relativ hoher Kosten lohnen.

procontra: Herr Sauren, Mischfonds werden seit Jahren beliebter und können Ähnliches leisten wie Dachfonds. Haben Dachfonds ausgedient?

Eckhard Sauren:
Viele Multi-Asset-Fonds investieren nicht in viele unterschiedliche Anlageklassen, sondern kombinieren lediglich Aktien und Renten. Sowohl die Aktien- als auch die Rentenmärkte haben seit Jahren Rückenwind, und dementsprechend auch viele Fonds – daher der Boom dieser Produkte. Der Rückenwind wird aber nicht ewig anhalten. Auf lange Sicht wird Diversifikation über unterschiedliche Manager und Anlageklassen wieder wichtiger werden. Und genau das können Dachfonds leisten.

procontra: Ein diversifiziertes Portfolio können Anleger allerdings auch mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) aufbauen, und zwar deutlich günstiger als mit Dachfonds. Sind die vergleichsweise hohen Kosten von Dachfonds noch gerechtfertigt?

Sauren: Unser aktienorientierter Dachfonds Sauren Global Growth hat in den vergangenen 15 Jahren annualisiert 2,7 Prozentpunkte besser abgeschnitten als der beste Aktien-ETF – nach Kosten, wohlgemerkt. Anleger bekommen mit Dachfonds also durchaus einen Mehrwert für ihr Geld. Im Rentensegment sind Anleger mit ETFs ohnehin schlecht bedient. Wenn die Zinsen steigen, können Investoren mit Renten-ETFs keine Rendite erzielen. Das hat sich allerdings noch nicht herumgesprochen.

procontra: Wenn Sie mir einen Dachfonds verkaufen wollten – welche Argumente würden Sie dafür anführen?

Sauren: Unsere Dachfonds bieten Mehrwert durch aktive Manager-Selektion. Man hat mit den Produkten automatisch eine breite Diversifikation. Und man kann damit den Absolute-Return-Bereich gut abdecken. Um diesen führt angesichts des aktuellen Zinsniveaus kein Weg herum. Anleger brauchen defensive Alternativen zu Anleihen. Da gibt es außer Absolute-Return-Produkten kaum etwas.

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Foto (oben): Eckhard Sauren

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