GKV verweigert Psychotherapie

| Versicherungen von Robert Krüger Kassissa

Die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung schlägt Alarm: Gesetzliche Krankenkassen lehnen Kostenübernahmen für Psychotherapien zunehmend ab. Wohl dem der privat versichert ist oder sich privat versichern kann.

Psychische Leiden sind mittlerweile der häufigste Auslöser für Berufsunfähigkeit. Deshalb aber natürlich nicht nur darum ist es umso wichtiger, dass Betroffenen möglichst schnell geholfen wird. Doch gesetzlich Versicherte stehen derzeit oft im Regen.

Innerhalb der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) ist dies aktuell ein brennendes Thema. Gesetzliche Krankenkassen lehnen zunehmend Anträge auf Übernahme der Kosten für notwendige ambulante Psychotherapien im Rahmen der Kostenerstattung ab, obwohl die Regelungen im Sozialgesetzbuch V (SGB V) § 13 Abs. 3 völlig eindeutig sind.

Sozialgesetzbuch bietet Möglichkeit der Kostenerstattung
Ist es für einen Patienten nicht möglich, innerhalb einer angemessenen Zeit einen freien Therapieplatz bei einem niedergelassenen Vertragspsychotherapeuten zu erhalten, so hat er laut SGB die Möglichkeit, einen Psychotherapeuten aufzusuchen und die sog. Kostenerstattungsmöglichkeit zu wählen. Genau diese Möglichkeit wird aber vielen Betroffenen mit „fragwürdigen Argumenten“ und „teilweise nicht zulässigen“ Aussagen von Mitarbeitern der gesetzlichen Krankenkassen verwehrt. „Die teilweisen falschen Auskünfte der Kassen bringen unsere Patientinnen und Patienten zusätzlich in Not und verzögern oft unnötigerweise den Beginn einer Psychotherapie“, sagt Dipl.-Psych. Kerstin Sude, stellvertretende Bundesvorsitzende der DPtV.

Der Bundesverband hat für das ablehnende Verhalten der Krankenkassen viele Fallbeispiele gesammelt. So wird beispielsweise ein Antrag abgelehnt mit der Anmerkung, die Wartezeit sei hinnehmbar, obwohl eine Dringlichkeitsbescheinigung sowohl vom behandelnden Hausarzt als auch vom Psychotherapeuten vorlag. „Wir werden uns dagegen wehren und den Kollegen und damit vor allem unseren Patienten Unterstützung bei den Widersprüchen gegen das unrechtmäßige Vorgehen der Kassen gewähren“, so Sude.

Als Reaktion auf die Kritik an der PKV im Vergleich zu den Leistungen der GKV hat der PKV-Verband „Mindeststandards“ entwickelt, also Leistungen, die ein PKV-Tarif unbedingt erfüllen sollte. Gute Tarife erfüllen diese Mindeststandards, d. h. sie verfügen über einen offenen Hilfsmittelkatalog und zahlen für Psychotherapie und Entziehungsmaßnahmen. Umso erstaunlicher ist es, dass es einige wenige Tarife gibt, die trotz der öffentlichen Diskussion, die einzelnen Standards nicht erfüllen.

Foto: © Omar Kulos

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