Erste Prüfberichte zum GDV-Kodex

Berater von Christian Hilmes

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute die Prüfungsberichte zum Verhaltenskodex für den Vertrieb veröffentlicht. Kritik an diesem „zahnlosen Papiertiger“ äußert IGVM-Chef Matthias Glesel (Foto).

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM) betont, der GDV-Kodex sei „eine freiwillige Selbstverpflichtung für Versicherer und deren Ausschließlichkeit“. Für Makler dagegen habe das Regelwerk ohne klare Sanktionierung bei Fehlverhalten lediglich Empfehlungscharakter, so Glesel weiter.

Allerdings sei in der Vergangenheit von einzelnen Versicherern mehrfach versucht worden, in den Nachträgen zu den Courtagezusagen auch die Makler auf den GDV-Verhaltenskodex beziehungsweise dem Code of Conduct Datenschutz zu verpflichten. „Ohne jede Rechtsgrundlage“, kommentiert Glesel.

Große Mehrheit des Marktes abgedeckt
Zu den Leitlinien des bereits vor fünf Jahren eingeführten und im November 2012 weiterentwickelten Regelkatalogs können sich Assekuranzen seit Juli 2013 bekennen. Inzwischen sind 226 Versicherungsunternehmen beigetreten. Gemessen an den Beitragseinnahmen entspricht das einer Marktabdeckung von knapp 90 Prozent.

Nicht alle der Unternehmen müssen einen positiven Bericht eines Wirtschaftsprüfers bereits jetzt vorlegen. Zum ersten Stichtag 30. April haben bislang rund 150 Teilnehmer nachgewiesen, die im Kodex geregelten Mindeststandards unternehmensintern einzuhalten, die eine faire und bedarfsgerechte Vermittlung gewährleisten sollen.

Mehr Infos in der kommenden Ausgabe
Der GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb wird auch das Titelthema der nächsten procontra-Ausgabe sein. Darin gibt es unter anderem die Kommentare des IGVM-Vorsitzenden Glesel in voller Länge und weitere meinungsstarke Beiträge zur aktuellen Kodex-Diskussion innerhalb der deutschen Versicherungsbranche.


Foto: Niels Flender  

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