Deutsche Finanznorm erhält DIN-Segen

Berater Top News von Markus Rieksmeier

Das DEFINO-Regelwerk für Finanzberatung wird jetzt vom DIN-Institut als Standard anerkannt. Neben dem wissenschaftlichen Fundament ist die Vereinheitlichung von Finanzberatung der eigentliche Fortschritt – künftig wohl auch vor Gericht.

Künftig gibt es einen DIN Standard für die private Finanzberatung. Offiziell heißt der Standard DIN SPEC 77222 „Standardisierte Finanzanalyse für den Privathaushalt“. Das Regelwerk basiert, von geringfügigen Modifikationen abgesehen, auf der „DEFINO“-Analyselogik der Gesellschaft für Finanznorm aus Heidelberg. Dies geht aus einer Presseinformation der Gesellschaft hervor, die das Normverfahren im vergangenen Jahr in Gang gesetzt hatte.

Für alle Finanzberater
Das Neue an dem Regelwerk ist die erstmals vereinheitlichte Methodik einer ganzheitlichen Finanzanalyse, die sowohl Versicherungsvertreter, Makler und Honorarberater anwenden können. Auf Basis einer umfassenden Datenaufnahme soll der Kunde vollkommen beraterunabhängige Handlungs-Empfehlungen bekommen. Technisch/fachlicher Hintergrund sind Regelwerke, die aus der wirtschaftlichen und persönlichen Situation des Kunden seine persönliche Analyse generieren.

Zehn Berater kommen zur gleichen Empfehlung
Vereinfacht gesagt legt ein Masterregelwerk zunächst den Finanzbedarf für alle wirtschaftlichen Bereiche eines Privathaushaltes fest. In einer ersten Stufe ist der finanzielle Grundbedarf festgelegt: 1.000 Euro im Monat sollen in allen Lebenslagen zur Verfügung stehen; also im Alter als Rente, ebenso bei Berufsunfähigkeit (BU) oder für die Versorgung einer Witwe. Hat die Ehefrau eigenes Einkommen, wird keine Risikoversicherung empfohlen. Zugleich werden Mindestanforderungen an einen privaten Haftpflichtschutz gestellt.

Klare Prioritäten-Liste
Handlungs-Empfehlungen richten sich sodann auf die Deckung des Bedarfs und werden in eine Prioritätenfolge gebracht. Im vereinfachten Beispiel beginnt diese Empfehlungs-Liste mit der Privathaftpflicht-Police, dann folgen der BU-Schutz und anschließend der Hinterbliebenenschutz für die Witwe – völlig beraterunabhängig. Dies soll auch für komplexere Fällen als dem dargestellten gelten, so auch für Beamte wie für Selbständige. Bisher kommen zehn Berater auf zehn Lösungen; künftig soll es für jeden Haushalt eine Lösung geben.

Bedarf am Einkommen justiert
Interessanter, weil komplizierter, wird es für Kunden und Berater bei höherem Einkommen: Ist die Anforderung der Stufe eins (Grundbedarf 1.000 Euro monatlich im Falle von Rente, BU oder Tod) mit dem Einkommen des Haushaltes finanzierbar, dann erhöht das Regelwerk den Bedarf auf Basis der Kaufkraft weiter. In Stufe zwei prüft das Regelwerk, ob der Lebensstandard in allen Wechselfällen des Lebens aufrechterhalten werden kann. Maßstab ist das Einkommen; abhängig davon werden die finanziellen Bedarfe des Haushalts buchstäblich regelgerecht justiert.

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