„Gute Makler wären in der Honorarberatung glücklicher“

| Berater | Top News von Matthias Hundt

Hardlinerin beim Thema Provisionsverbot. Verbraucherschützerin Dorothea Mohn über ihre eigene Zahlungsbereitschaft für ein Beratungshonorar und mit Thesen, die die Maklerschaft aufhorchen lassen.

procontra: Im August wurde das Honoraranlageberatungsgesetz als wichtiger Meilenstein gefeiert. Als Außenstehender ist man eher verwirrt, ob eines weiteren Begriffs in der Honorarberater-Welt. Wie bewerten Sie das Gesetz?

Dorothea Mohn: Unser Vorschlag ist es, die Begriffe „Beratung“ und „Vermittlung“ voneinander zu trennen. Es wäre wünschenswert, ein klares Label zu haben, das erkennen lässt, dass keine Provisionen fließen. Daher überzeugt mich das Gesetz nicht wirklich.

procontra: Warum konkret?

Mohn: Weil es lediglich den gewerblichen Finanzanlageberater regelt, beschränkt auf offene und geschlossene Investmentvermögen sowie Vermögensanlagen. Und diese Produktbeschränkung ist absurd und kann nicht im Sinne der Sache sein. Dieses Gesetz hat nur die Finanzanlageberatung geregelt und das auch nicht allumfassend. Nichtsdestotrotz ist es ein wichtiger Schritt, was uns aber nicht von unserem Ziel, einer Abkehr von der Provisionsberatung, abbringt.

procontra: Ihre Mission ist eine verbraucherfreundliche Finanzberatung. Warum führt die für Sie nur über ein generelles Provisionsverbot und nicht etwa über eine differenziertere Betrachtung der Vertriebswege, etwa zwischen freien Maklern und Einfirmenvertretern?

Mohn: Die Unterschiede in der Qualität sind sicher vorhanden. Doch das versteht die Masse der Verbraucher nicht.

procontra: Dann wäre es doch Aufgabe des Verbraucherschutzes, über die Unterschiede der Vertriebswege aufzuklären.

Mohn: Die Verbraucherzentrale ist kein Lobbyist von Maklern …

procontra: … aber der Verbraucher und einer verbraucherfreundlichen Finanzberatung.

Mohn: Das kann man sicher so einordnen. Aber egal, ob Makler oder Einfirmenvertreter, beide laufen unter dem Provisionsmodell und unterliegen demselben Interessenkonflikt. Unser Ziel bleibt daher die Ablösung der provisionsbasierten Beratung.

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Seite 3: „Honorarberatung setzt eine deutlich höhere Qualifikation voraus“

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