Gomopa: Nun denn, bleiben Sie stark...

| Beteiligungen & Sachwerte | Top News von Robert Krüger Kassissa

… ist der feststehende Ausdruck, mit dem der Finanznachrichtendienst Gomopa seine Artikel meist abschließt. Das bleibt auch Gomopa derzeit zu wünschen, denn die erneuten Vorwürfe gegen das Unternehmen wiegen schwer.

Dem Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung und auch procontra liegen interne Unterlagen vor, die die in der Branche bislang nur unter vorgehaltener Hand erhobenen Vorwürfe gegen Gomopa erhärten.

Unter „Schwere Vorwürfe gegen Branchendienst Gomopa“ berichtet heute unter anderem der NDR über die „Geschäftspraktiken“ des Finanznachrichtendienstes. „Interne Papiere zeigen ein System von Druck und Drohungen“, so der NDR. Und tagesschau.de schrieb gestern: „Die Unterlagen, die NDR und SZ einsehen konnten, zeigen ein System, in dem Schmähkampagnen und Drohungen offenbar zum Alltag gehören.“ Die Süddeutsche Zeitung titelte ebenfalls gestern: „Die eigentümlichen Geschäfte der Firma Gomopa“.

Prangerwirkung des Internets
In der Theorie ist Gomopa um aktive Aufklärung und Transparenz hinsichtlich Betrugsprävention in Wirtschaft und Gesellschaft, vornehmlich im grauen Kapitalmarkt bemüht. „Doch die Geschäftspraxis von Gomopa sieht offenbar anders aus. Objektivität oder Verbraucherschutz scheinen Gomopa-Gründer Klaus Maurischat nicht so sehr am Herzen zu liegen. Vielmehr hat der Deutsche in den vergangenen 15 Jahren offenbar ein System geschaffen, das die Prangerwirkung des Internets nutzt, um damit Geld zu verdienen“, schreibt tagesschau.de. Gomopa habe ganz bewusst seinen Firmensitz in New York gewählt, sagt Maurischat gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Aufgrund einer Gesetzeslage, die unsere Unabhängigkeit jedenfalls teilweise einschränkt, bevorzugen wir es, mit einer ausländischen Unternehmung zu agieren.“

Gomopa produziere negative Schlagzeilen über bevorstehende Insolvenzen, dubiose Geschäfte oder mögliche Schneeballsysteme im Netz. Firmen, die wollen, dass derartige Negativschlagzeilen wieder aus dem Netz verschwinden, müssen angeblich zahlen. „Und zwar kräftig“ - so beschreibt tagesschau.de das Geschäftsmodell.

5.000 Euro pro Monat für Beratertätigkeit
Auch procontra liegen interne Unterlagen vor, die dieses Geschäftsmodell bestätigen. So bittet beispielsweise ein Unternehmen der Immobilienbranche Gomopa darum, bestimmte in der E-Mail aufgeführte Online-Artikel über das Unternehmen „bei Google herausnehmen zu lassen“. Weiter heißt es wörtlich: „Wir bitten Sie, sich mit den Personen, die diese Artikel verfasst und veröffentlicht haben in Kontakt zu setzen, um diese löschen zu lassen. Wir hoffen, dass Sie diesbezüglich über die entsprechenden Kontakte verfügen.“ Zudem schreibt der Auftraggeber in dieser E-Mail an Gomopa: „Des Weiteren werden wir Sie daran messen, ob Sie ebenso den Artikel im Manager Magazin ..., sowie bei der Stiftung Warentest (www.test.de) bei der Googlesuche nach hinten schieben können. Jedoch möchten wir bemerken, dass es bereits ein Erfolg wäre, wenn die o.g. Artikel aus dem Internet gelöscht werden und entsprechend nicht mehr zu finden sind.“

Auch der entsprechende Beratervertrag für diese Dienstleistung liegt procontra vor. Er hat eine Laufzeit von sechs Monaten (danach wird neu verhandelt) und beinhaltet eine monatliche Zahlung von 5.000 Euro an Gomopa. Gomopa hat dann so zumindest laut E-Mail-Verkehr den bereits unterzeichneten Vertrag storniert und dem Auftraggeber mitgeteilt: „Bei näherer Betrachtung Ihrer ,Wunschliste` gehe ich davon aus, dass ich mindestens ein Budget von mindestens zirka 60.000,- Euro brauche, um erfolgreich für Sie tätig zu werden. Unter dem geht gar nichts.“

Seite 1: „Bei der Googlesuche nach hinten schieben“
Seite 2: Gomopa und Scoredex

Foto: Screenshot von Gomopa-Webseite mit Klaus Maurischat in einem Unternehmensvideo

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