Code of Conduct: Versicherer dementieren Verzug

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

122 Versicherer haben sich freiwillig dazu verpflichtet, bis Jahresende die strengen Datenschutzregeln des GDV umzusetzen. Einer aktuellen Studie zufolge können einige von ihnen die Frist aber nicht einhalten. Ein Verbandssprecher widerspricht der Prognose.

„Wir gehen davon aus, dass die Versicherer, die seit Beginn beim Code of Conduct dabei sind, rechtzeitig bis Ende dieses Jahres mit der Umsetzung fertig werden“, erklärt ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf procontra-Anfrage. „Richtig ist aber: Die Umsetzung bedeutet durchaus Arbeit für die Versicherer. Mehr Datenschutz heißt auch mehr Aufwand.“

Die Versicherungsbranche wolle eine Vorreiterrolle im Datenschutz einnehmen, so der GDV-Sprecher weiter. Dass sie dabei ihren Zeitplan nicht einhalten könne, zeigt eine aktuelle Marktanalyse des Softwarehauses PPI AG, das schwerpunktmäßig Banken und Versicherungen berät: „Für 122 Versicherer wird es eng bei der Umsetzung der freiwilligen Selbstverpflichtung zum Datenschutz.“

Sperren und Löschen kostet Zeit
Denn bei einigen Versicherern sei „schon jetzt klar, dass sie die organisatorischen und IT-technischen Maßnahmen nicht rechtzeitig vollständig umsetzen können“. Am meisten Zeit beanspruche der oftmals unterschätzte Aufwand für das Sperren und Löschen von Daten, um dem Code of Conduct (CoC) des GDV gerecht zu werden, dem sich mittlerweile insgesamt knapp 300 Assekuranzen verpflichtet haben.

Knapp die Hälfte der Teilnehmer sind bereits seit 2013 dabei und müssen die Umsetzung Ende 2015 abgeschlossen haben. Die 122 Pioniere stehen vor dem Problem, dass einige Artikel des CoC Datenschutz unterschiedlich ausgelegt werden könne, erklärt PPI-Versicherungsexperte Ulrich Kusch. „Das erhöht das Risiko einer Fehlinterpretation.“ Und teilweise widerspreche der CoC gesetzlichen Aufbewahrungspflichten.

Foto: © sv_photo - Fotolia  

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