Gericht lädt Infinus-Chefs vor

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Die Infinus-Party ist vorbei: Der schnelle Weg ins Millionengrab
Von reichen Männern und schönen Frauen, von teuren Autos und wertvollen Waffen und nicht zuletzt von geprellten Anlegern und verhafteten Managern handelt die Geschichte der Infinus. Wie alles begann und wie es in der Zukunft weitergeht, erklären wir in dieser Bilderstrecke. © nyul - Fotolia.com
 

Jörg B., Jens P. und Andreas H. sollen jetzt vor dem Landgericht Leipzig aussagen. Dabei geht es um die Frage, wer die Verantwortung für unrichtige Angaben in Prospekten der inzwischen insolventen Infinus-Gruppe trägt.

Wer haftet für falsche, irreführende oder unterlassene Angaben in den öffentlichen Kapitalmarktinformationen der Infinus-Mutter Future Business (FuBus)? Diese Frage soll jetzt mithilfe von Zeugenaussagen geklärt werden: Die für die Zivilprozesse gegen ehemalige FuBus-Verantwortliche zuständige neunte Zivilkammer des Leipziger Landgerichts hat beschlossen, in die Beweisaufnahme einzutreten.

Altersvorsorge verpufft
In dem Anlegerschutzverfahren geht es um die Klage eines Anlegers von FuBus-Orderschuldverschreibungen: Für seine Altersvorsorge habe ein 57 Jahre alter Ingenieur aus dem ostsächsischen Neustadt 75.000 Euro angelegt, berichtet die Sächsische Zeitung. Doch seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Dresden vor einem Jahr steht er mit leeren Händen da.

Klage auf Schadensersatz
Auf Schadensersatz verklagte der Mann daher die ehemaligen Mitglieder der Vorstände und Aufsichtsräte der beteiligten Konzernfirmen. Vor Gericht verantworten müssen sich Andreas K. als Ex-Vorstand der „Infinus AG – Ihr Kompetenzpartner“ und FuBus-Prokurist sowie Siegfried B., ehemaliges FuBus-Aufsichtsratsmitglied.

Schaden in Milliardenhöhe
Und als Zeuge aussagen soll Jörg B., ehemals persönlich haftender Gesellschafter der Future Business KG aA, der wie vier seiner ehemaligen Manager-Kollegen in Untersuchungshaft sitzt. Den ehemaligen Top-Managern der Infinus-Gruppe wirft die Staatsanwaltschaft vor, zehntausende Privatanleger um insgesamt mehr als eine Milliarde Euro betrogen zu haben.

Fondspolicen und Goldsparpläne
Nach Angaben von Kai-Uwe Deusing, Vizepräsident des Landgerichts Leipzig, geht es in den im Juni beginnenden Vernehmungen konkret darum, ob die Angeklagten „davon gewusst haben, dass das ursprüngliche Geschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen ins Defizit abgerutscht und durch Eigengeschäfte in Form von fondsgebundenen Lebensversicherungen innerhalb der Unternehmensgruppe und Investitionen in Goldsparpläne abgelöst und umgestellt wurde.“ Dabei seien die für die Goldsparpläne gezahlten Gebühren nur zu einem geringen Prozentsatz tatsächlich mit Gold unterlegt gewesen, so Deusing weiter.

FuBus-Bilanz unkorrekt?
Fraglich sei auch, ob die FuBus-Bilanz ohne die Buchung von zurückgeflossenen Provisionen einen Verlust ausgewiesen hätte. Denn die Infinus AG Ihr Kompetenzpartner erhielt nach Angaben des Gerichtssprechers für die Vermittlung der Geschäfte Provisionen, die im Wege der Gewinnabführung an die FuBus zurückflossen.

Foto: Landgericht Leipzig

Die wichtigsten Punkte unserer bisherigen Berichterstattung über den Infinus-Skandal haben wir in der folgenden Bilderstrecke zusammengefasst:

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