Immobilienpreise: Wohnen überholt Gewerbe

Sachwerte von Christian Hilmes

Die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt steigen auf breiter Front. Doch es gibt einen Wechsel an der Spitze der Preistreiber: Während sich bisher gewerbliche Immobilien besonders rasant verteuerten, sticht nun ein anderes Marktsegment hervor.

Die Nachfrage von nationalen und internationalen Anlegern nach deutschen Wohn- und Gewerbeimmobilien ist ungebrochen hoch, erklärt Jens Tolckmitt (Foto rechts). Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) nennt als Gründe dafür die derzeit niedrigen Zinsen, die hohe internationale Kapitalmobilität und die vergleichsweise stabile Wirtschaftsentwicklung hierzulande.

„Hält die Nachfrage unvermindert an, werden die Preise weiter anziehen, was eine Korrektur auf einzelnen Märkten nach sich ziehen könnte“, Tolckmitt weiter. Eine nachlassende Preissteigerung registriert der aktuell veröffentlichte vdp-Immobilienpreisindex, der auf Basis echter Transaktionsdaten für das vergangene Jahr ermittelt wurde, bereits für gewerbliche Immobilien. 

Mehrfamilienhäuser stark gefragt
Der entsprechende Preisindex für Gewerbeimmobilien stieg 2014 um 3,8 Prozent. Zum Vergleich: 2013 betrug das Plus noch 4,7 Prozent. Andersherum sieht die Preisentwicklungen bei den Wohnimmobilien aus: Im vergangenen Jahr stiegen die Preise nach Auswertung der vdp-Daten um 5 Prozent. 2013 betrug der Anstieg erst 4 Prozent.

Quelle: vdp; Zum Vergrößern bitte klicken! 

Seit 2003 haben sich die Preise für Wohnimmobilien um insgesamt 24,3 Prozent erhöht. Insbesondere die Kaufpreise für Mehrfamilienhäuser stiegen im vierten Quartal 2014 mit 7,2 Prozent stärker als die Neuvertragsmieten, die ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verbuchten. Gleichzeitig sank der Liegenschaftszinssatzindex um 1,8 Prozent. 

Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus stieg auch die Nachfrage nach selbst genutztem Wohneigentum weiter an: Im vierten Quartal des vorigen Jahres betrug die Preissteigerung in diesem Marktsegment 4,3 Prozent. Eigenheime verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,7 Prozent, Eigentumswohnungen um 3,3 Prozent.

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Foto: © auremar – Fotolia; vdp

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