FinTech: „Keine Zeit mehr für den Makler einplanen“

Berater von Robert Krüger Kassissa

Viel wird über FinTechs gesprochen aber wenig mit ihnen. Knip-Geschäftsführer Dennis Just über Kritik an der FinTech-Branche, seine Kundenzahlen, Provisionen und die Personalstruktur des Unternehmens.

Foto: Dennis Just, Gründer & Verwaltungsratspräsident von Knip

procontra: Herr Heinz, Präsident des größten Vermittlerverbandes BVK, hat keine Angst vor Unternehmen wie dem Ihrigen.

Dennis Just: Wir wollen niemandem Angst machen, aber es ist mehr als deutlich, dass die Digitalisierung auch vor der Versicherungsbranche nicht Halt machen wird. Wer jetzt nicht handelt und sich nicht den Erwartungen von Kunden anpasst, wird in wenigen Jahren auf der Strecke bleiben. Online-Banking war noch vor einem Jahrzehnt für viele Neuland, heute gehören Bezahl-Apps zum Alltag und der Überweisungsträger hat ausgedient. Die Versicherungsbranche hat teilweise den Anschluss an die Kunden verloren. Eine Lücke, die wir mit Knip schließen.

procontra: Ist dies nur ein Kommentar eines „Fossils“ wie andere es bewerten und sind das Kommentare, welche Google und Amazon einst auch bekamen oder sehen Sie sich wirklich als „Revolutionäre“, die disruptiv in den Markt der Versicherungsvermittler eingreifen werden?

Just: Wir sind keine Revolutionäre, mit der Knip-App finden wir lediglich eine Antwort auf das, was Kunden heute erwarten. Eine Entwicklung, die andere Branchen schon vor Jahren durchlaufen haben. Apps sind heutzutage weit mehr als Spielereien, sie erleichtern es mir, meinen Alltag zu organisieren: Ich ziehe mir ein Parkticket per App, buche mir einen Flug und checke gleich ein, ich nutze mobile Banking-Apps, koordiniere Termine, schreibe Nachrichten, rufe mir ein Taxi, und und und. Wenn Sie es so wollen: Wir bringen Versicherungen endlich auf die Plattform, auf der sich sowieso bereits das ganze Leben abspielt - das Smartphone.

Der „revolutionäre“ digitale Versicherungsmanager

procontra: Ein digitaler Versicherungsmanager klingt auf den ersten Blick nicht „revolutionär“. Das können doch klassische Makler ihren Kunden ebenfalls anbieten, oder?

Just: Wie bereits gesagt, es ist nicht revolutionär, wir werden einer nicht aufzuhaltenden Entwicklung gerecht. Der Kunde will heute keine Zeit mehr für den Makler einplanen, Termine blocken und Öffnungszeiten beachten. Mit der App kann ich Versicherungsmanagement in meinen Alltag integrieren, ich kann einfach die Wartezeit an der Haltestelle nutzen und ein Angebot einholen oder auch endlich mal meine aktuellen Konditionen nachlesen. Keiner setzt sich heute noch hin und wälzt Ordner. Sie wären überrascht, wie viele Knip-User sich dank unserer App zum ersten Mal überhaupt ihre Policen durchgelesen haben. Wir sorgen somit für Transparenz und Durchblick, endlich hat der Kunde ein Tool, um selbst wieder Herr der Lage zu werden.
Dank kontinuierlicher technischer Weiterentwicklung wird Versicherungsmanagement endlich intuitiv. Wir arbeiten stetig an der Verbesserung der User Experience, Abläufe werden automatisiert und somit für den Kunden vereinfacht.
Hinzu kommt, dass unsere Versicherungsexperten dank eines Festgehalts völlig unabhängig beraten. Sie erhalten keinerlei Provision. Dies wird übrigens nicht nur von Kunden, sondern auch von unserem Beraterteam als großer Vorteil empfunden. Denn bei uns können sie jeden Kunden so ehrlich beraten wie sie es für ihren besten Freund tun. Sie können ihr ganzes Know-how einsetzen und müssen nicht auf Provisionen schielen.

procontra: Herr Heinz begründet seine Aussagen unter anderem damit, dass die Gründer von solchen Unternehmen nicht aus der Versicherungswirtschaft oder -vermittlung kommen. Dies wird beim Blick auf Ihr Führungsteam bestätigt. Versicherungen sind ja ein sehr spezieller Markt, der Know-How erfordert. Wie kann Ihrer Meinung nach dennoch der Erfolg gelingen?

Just: Ich selbst habe maßgeblich an dem erfolgreichen Launch einer Banking-App mitgewirkt und kenne den Finanzmarkt bestens. Meine Mitgründerin Christina Kehl ist als Initiatorin und Präsidentin des Verbands Swiss Finance Startups Sprachrohr und Impulsgeberin der Schweizer Fintech-Branche. Der Schritt in Richtung Versicherungen war daher nicht weit.
Der Erfolg von Knip basiert auf der Diversität unseres Teams. Wir bündeln die besten Köpfe aus Technik, Business und der Versicherungsbranche.
Unsere Kunden werden von Beratern betreut, die alle eine klassische Ausbildung zum Versicherungskaufmann beziehungsweise -frau absolviert haben und mehrjährige Erfahrung in der Branche mitbringen.

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