PKV-Verband will Beitragserhöhungen strecken

Versicherungen Top News von Christian Hilmes

Die privaten Krankenversicherer fordern flexiblere Regeln für Beitragserhöhungen, sagte ein PKV-Verbandssprecher auf procontra-Anfrage. Hintergrund sind Medienberichte, wonach abrupt steigende Beiträge die so genannte Bürgerversicherung befördern.

„Wir wünschen uns eine stetigere und moderatere Beitragsentwicklung“, benennt Dirk Lullies, Sprecher des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband), das politische Ziel der Interessenvertretung. „Entsprechende Vorschläge zur Anpassung der gesetzlichen Kalkulationsgrundlagen haben wir bereits vorgelegt.“

Bislang entwickeln sich die PKV-Beiträge vergleichsweise sprunghaft: Erst wenn die Gesundheitskosten beziehungsweise die Lebenserwartung der Kunden um mindestens 5 Prozent gestiegen sind, dürfen die Gesellschaften an der Preisschraube drehen. In diesem Fall müssen sie ihre Tarife allerdings komplett neu kalkulieren.

Zweistellige Beitragserhöhungen erwartet
Bei der nächsten Berechnungsrunde schlagen die inzwischen extrem niedrigen Zinsen für die Kapitalanlagen der Gesellschaften hierzulande zu Buche. Sie könnten zu Beitragserhöhungen führen, die für die Mehrzahl der Kunden mit einer privaten Kranken-Vollversicherung im zweistelligen Prozentbereich liegen, berichtet heute die Süddeutsche Zeitung.

Ein großes Problem sehen die privaten Krankenversicherer dem Medienbericht zufolge im Timing: Nach den eher moderat ausgefallenen Anpassungen der vergangenen Jahre fallen die enormen Beitragssprünge ausgerechnet Ende dieses oder nächsten Jahres an. Kurz vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 erhielten somit die Befürworter einer Bürgerversicherung Wahlkampfhilfe.

Foto: © Coloures-pic - Fotolia  

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