„EZB bekommt die Lizenz zum Drucken“

| Investmentfonds von Stefan Terliesner

EuGH dürfte Staatsanleihenkäufe durch EZB grünes Licht geben. Gutachten dazu erscheint am 14. Januar. Von der Geldschwemme dürften vor allem Aktien profitieren – sehr zur Freude auch von Vermögensverwaltern.

An den Aktienbörsen liegen die Investoren bereits in den Startlöchern. Voraussichtlich am 14. Januar legt der Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) sein Gutachten zu der wichtigen Frage vor: Darf die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen kaufen? In der Regel folgt das Gericht dem Gutachten. Das Urteil selbst dürfte im Frühjahr verkündet werden. Hierauf weist jetzt Main First Asset Management (Main First AM) in einer Pressemitteilung hin. Nach Ansicht des  Vermögensverwalters können Aktienanleger von der erwarteten positiven Entscheidung profitieren.

Warten auf die nächste Lieferung
Die Pressemitteilung ist ein weiterer Beleg dafür, wie sehr große Teile der Finanzindustrie und der Investorenschar die Politik der EZB gutheißen – und wie sehr immer mehr Marktteilnehmer am Tropf der EZB hängen. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Luxemburger Richter EZB-freundlich entscheiden, die Staatsanleihenkäufe also – vermutlich unter Auflagen – für zulässig erklären. Allerdings hält das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe den Ankauf von Staatsanleihen gemäß dem so genannten OMT-Beschluss für rechtswidrig. Und wie procontra berichtete, hat Karlsruhe hier das letzte Wort.

„Preisliche Abwehrspirale“ entdeckt
Die jüngsten Inflationsdaten (minus 0,2 Prozent in Euroland gegenüber Vorjahr) sind Wasser auf die Mühlen der Freunde des EZB-Staatsanleihenkaufprogramms. Auch Main First AM argumentiert mit einer „bedrohlichen Schwelle zur Deflation“. Nach Angaben des Vermögensverwalters würden dafür meist die sinkenden Energiepreise verantwortlich gemacht, obwohl auch bei Industriewaren seit Monaten eine „preisliche Abwärtsspirale“ zu beobachtet sei. „Die EZB scheint dies erkannt zu haben und deutete seit September letzten Jahres ein Ankaufprogramm von Staatsanleihen an“, schreibt Main First AM. Als Teil der Troika (zudem IWF und EU-Kommission) habe die EZB aktiv in Spanien, Italien, Zypern und Griechenland Einfluss genommen. Mit Ruhm bekleckert habe sie sich dabei nicht. „Zu verbissen“ erschien dem Vermögensverwalter die Haltung der EZB zu Sparmaßnahmen. Und weiter: „Es wäre also mehr als willkommen, wenn die EZB nun ihren Stil hin zu mehr Wachstum ändern würde.“

Seite 1: „Bedrohliche Schwelle zur Deflation“
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Welche Assetklassen profitieren

Foto: © oscity - Fotolia

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