Elementarversicherung bald Pflicht?

Versicherungen von Stefan Terliesner

Petitionsausschuss des Bundestages unterstützt erstmals eine gesetzliche Regelung. Der Bund der Versicherten verweist auf eine zunehmende Gefahr von Naturgewalten und wähnt sich bereits auf der Zielgeraden.

Der Petitionsausschuss des Bundestags unterstützt die Forderungen nach einer Pflichtversicherung für Gebäudeeigentümer gegen Elementarschäden. In der Sitzung vom 14. Januar beschlossen die Abgeordneten einstimmig, dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) eine entsprechende Petition zukommen zu lassen. Damit rückt die vom Bund der Versicherten (BdV) seit über einem Jahrzehnt geforderte Einführung einer flächendeckenden Versicherungspflicht gegen Elementarschäden für alle Hauseigentümer in greifbare Nähe.

Offenbar mehr Befürworter
Wie einer Pressemitteilung des BdV weiter zu entnehmenden ist, ließ die Bundesregierung bereits im vergangenen Jahr ein solches Zwangsmodell durch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe prüfen. Bisher hatte der BdV jedoch den Anschein, dass die Befürworter einer gesetzlichen Regelung in der Minderheit sind. Die Verhältnisse scheinen sich nun zu Gunsten der Befürworter einer gesetzlichen Regelung zu verschieben.

„Jahrhundertflut“ im Jahr 2002
Laut BdV haben es weder Politik noch Versicherungswirtschaft seit der „Jahrhundertflut“2002 geschafft, eine für Verbraucher sinnvolle Versicherungslösung zu finden. Der BdV moniert einen Widerspruch: „Laut dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) bestehen heute nur 5,5 Millionen Verträge im Bereich der Elementarschäden, obwohl der GDV behauptet: 99 Prozent der Gebäude und Haushalte in Deutschland sind problemlos gegen Hochwasser versicherbar.“

Der BdV ist überzeugt: „Die Nachfrage und der Bedarf nach einer solchen Versicherung gegen die existenziellen Gefahren und Risiken von Naturgewalten werden künftig aufgrund der Vorhersagen der Klimaforscher und Rückversicherer in den nächsten Jahren noch stark weiter ansteigen.“ Flächendeckender Versicherungsschutz sei nur über eine Versicherungspflicht zu erreichen.

Foto: © mb67 - Fotolia

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