Infinus: Auftakt in Prozess mit Musterwirkung

Sachwerte Bilderstrecken von Christian Hilmes

Beim morgigen Berichtstermin in Dresden erfahren Anleger der Future Business KG (FuBus) den aktuellen Stand des Insolvenzverfahrens. Außerdem blicken sie gespannt nach Leipzig, wo jetzt die juristische Aufarbeitung des Infinus-Anlegerskandals begonnen hat.

Die Infinus-Party ist vorbei: Der schnelle Weg ins Millionengrab
Von reichen Männern und schönen Frauen, von teuren Autos und wertvollen Waffen und nicht zuletzt von geprellten Anlegern und verhafteten Managern handelt die Geschichte der Infinus. Wie alles begann und wie es in der Zukunft weitergeht, erklären wir in dieser Bilderstrecke. © nyul - Fotolia.com
 

Hat die Infinus-Chefetage bewusst falsche Angaben gemacht, um ihre Anleger hinters Licht zu führen? Diese Frage soll jetzt vor dem Landgericht Leipzig geklärt werden. Dabei geht es nach Gerichtsangaben um „Schadensersatz aus Prospekthaftung und zivilrechtlicher Deliktshaftung“. Kläger ist ein Anleger aus Sachsen, der vor knapp zwei Jahren FuBus-Orderschuldverschreibungen in einer Gesamthöhe von 75.000 Euro gezeichnet hatte. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Dresden am 1. April steht er nun mit leeren Händen da.

Die zuständige Zivilkammer unter dem Vorsitz des Landgerichtspräsidenten Karl Schreiner erachtet die Klage des enttäuschten Anlegers als schlüssig. Gewinne und Liquidität seien nämlich durch Eigengeschäfte erzielt worden. Konkret wurden Versicherungen auf Gesellschaftsinterne und Gesellschaften abgeschlossen und Provisionen bilanziert. Zu diesen Vorwürfen sollen die Manager, die dafür damals Verantwortung trugen, bis Mitte Februar Stellung nehmen.

Fünf Festnahmen nach Razzia
Die fünf Angeklagten sind Anfang November 2013 nach einer groß angelegten Razzia festgenommen worden. Es handelt sich um drei ehemalige Vorstände und ein Ex-Aufsichtsratsmitglied der Infinus AG – Ihr Kompetenzpartner, die derzeit in Untersuchungshaft sitzen, sowie ein Vorstand der Infinus AG – Finanzdienstleistungsinstitut. Zunächst geht es um die Frage, wer von den fünf Managern überhaupt für die Prospekte Verantwortung trägt.

Der Ausgang des aktuellen Musterverfahrens spielt nicht nur für den klagenden Anleger eine Rolle. Insgesamt 128 Verfahren sind derzeit beim Landgericht Leipzig anhängig. Und das dürfte erst der Anfang sein: „Es ist damit zu rechnen, dass von etlichen Anlegern der Ausgang des staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens abgewartet wird, bevor auf Schadensersatz geklagt wird“, erklärt Kai-Uwe Deusing, Vizepräsident des Landgerichts. Den ehemaligen Top-Managern der Infinus-Gruppe wirft die Staatsanwaltschaft vor, zehntausende Privatanleger um insgesamt mehr als eine Milliarde Euro betrogen zu haben.

Foto: Landgericht Leipzig  

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