Risiko-LV: Richtige Wahl des Versicherungsnehmers

Versicherungen von RA Jens Reichow

Die richtige Wahl des Versicherungsnehmers einer Risikolebensversicherung kann helfen, die Erbschafts- und Schenkungssteuer zu umgehen beziehungsweise zu verringern. Dies gilt gerade dann, wenn ein Ehepartner abgesichert werden soll.

Der klassische Fall: die Absicherung der Ehefrau in einer Alleinverdienerehe. Die Frau betreut die gemeinsamen Kinder. Der Mann sorgt für das Familieneinkommen. Von diesem werden die gemeinsamen Kosten, zum Beispiel die Darlehensraten für das Familienheim bezahlt. Verstirbt der Mann in einer solchen Konstellation frühzeitig, gerät die Ehefrau oftmals in finanzielle Bedrängnis. Ohne eigenes Einkommen muss sie dann die laufenden Kosten der Familie übernehmen und auch die Kreditraten schultern. Hiergegen soll eine Risikolebensversicherung Schutz bieten.

Nicht oder nur schlecht Beratende wählen in dieser Situation jedoch oftmals eine falsche Konstellation. Meistens schließt der Alleinverdiener - in unserem Beispiel der Ehemann - die Versicherung als Versicherungsnehmer auf sein eigenes Leben ab und setzt den anderen Ehegatten - in unserem Beispiel die Ehefrau - als Bezugsberechtigte ein.

Was viele nicht wissen ist, dass dieser Vorgang als Schenkung zu betrachten ist und daher Erbschafts- beziehungsweise Schenkungssteuer nach dem Tod des Ehemannes auslösen kann. Dies gilt gerade dann, wenn die Freibeträge durch die Erbschaft schon ausgeschöpft sind. Muss dann von der Versicherungssumme aus der Lebensversicherung auch noch Erbschafts- und Schenkungssteuer abgeführt werden, kann es zu unvorhergesehenen Lücken im Finanzplan kommen.

Unter steuerlichen Gesichtspunkten wäre es daher ratsamer, dass der Begünstigte - in unserem Beispiel die Ehefrau - die Versicherung selbst auf das Leben des Alleinverdieners - in unserem Beispiel des Ehemannes - abschließt. Verstirbt der Ehemann dann, so würde die Ehefrau die Todesfallleistung aus ihrer eigenen Versicherung erhalten, was nicht der Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegen würde. Hierbei sollte jedoch sichergestellt werden, dass die Ehefrau die Versicherung aus eigenen finanziellen Mitteln bedient, da ansonsten die Prämien als Schenkungen zu berücksichtigen wären.

Selbstverständlich können steuerliche Aspekte nicht alleine den Ausschlag zugunsten einer Gestaltung geben. Jede Gestaltung bietet natürlich auch Nachteile. Vor Abschluss einer entsprechenden Versicherung empfiehlt sich daher anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen.

Foto: Rechtsanwalt Jens Reichow, © Kanzlei Michaelis 

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