Pflegereform führt zu höheren Beiträgen

Versicherungen von Stefan Terliesner

Wegen der Ausweitung der Leistungen müssen Versicherte ab 2015 höhere Beiträge bezahlen – 17 Prozent bei den gesetzlich Versicherten und im Schnitt 11 Prozent bei den privat Pflichtversicherten.

Ab 2015 gibt es mehr Leistungen in der Pflegeversicherung. Das muss bezahlt werden, weshalb die Beiträge steigen – auch in der Privaten Pflegepflichtversicherung. Der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV-Verband) nimmt dies zum Anlass für eine Pressemitteilung. Dort wird der Verbandsvorsitzende Uwe Laue wie folgt zitiert: „Mit dem Pflegestärkungsgesetz erhalten Pflegebedürftige zum Jahreswechsel 2015 mehr Geld. So steigt etwa die Zuzahlung der Pflegeversicherung für Sachleistungen in der Pflegestufe III von 1.550 Euro auf 1.612 Euro. Insgesamt steigen die Leistungen um vier Prozent.

Erhöhung abhängig von Alter und Versicherungsbeginn
Die Reform bringt eine deutliche Ausweitung der Pflegeleistungen. Aus diesem Grund hebt die Bundesregierung zum 1. Januar den Beitragssatz für die Gesetzliche Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte an – das entspricht einer Erhöhung des Zahlbetrags um rund 17 Prozent. Dadurch steigt der Höchstbeitrag dort von 83,02 Euro auf 96,94 Euro. Da die Mehrleistungen auch für die Private Pflegepflichtversicherung gelten, muss sie ebenfalls ihre Beiträge anpassen. Sie erhöhen sich im Durchschnitt aller Versicherten nur um etwa 11 Prozent. Die prozentuale Steigerung kann je nach Alter und Versicherungsbeginn im Einzelfall auch höher oder niedriger ausfallen. Für Privatversicherte bleibt es weiterhin bei der Beitragsdeckelung auf maximal den Höchstbeitrag der Gesetzlichen Pflegeversicherung.

Tatsächlichen Kosten deutlich höher
Allerdings gilt auch nach der Pflegereform für alle Versicherten, dass die gesetzlich definierten Leistungen im Falle der Pflegebedürftigkeit vielfach nicht ausreichen werden, um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken. Die Pflegepflichtversicherung bietet auch in Zukunft nur einen ‚Teilkasko-Schutz‘. So betragen etwa die durchschnittlichen monatlichen Kosten für eine Betreuung im Heim mehr als 3.300 Euro in Pflegestufe III. Nach Abzug der Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung bleibt ein Restbetrag von über 1.700 Euro, der von den Pflegebedürftigen oder ihren Angehörigen gezahlt werden muss.

Ergänzende private Vorsorge ist unverzichtbar
Eine ergänzende private Vorsorge ist daher nach wie vor unverzichtbar. Dazu bieten die finanziellen Zuschüsse zur staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung einen sehr guten Einstieg. Gerade für junge Leute ist diese private Pflegevorsorge ein attraktives Angebot, denn immerhin bekommen sie bis zu einem Drittel Staatszuschuss, also fünf Euro Zulage bei zehn Euro Eigenbeitrag. Schon für diesen Mindestbeitrag können sie monatlich mindestens 600 Euro Pflegetagegeld für Pflegestufe III zusätzlich absichern. Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto geringer ist der Beitrag. Damit setzt die Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung starke Anreize, dass mehr Menschen für die absehbare Vorsorgelücke in der Pflege vorbeugen.“

Foto: © drubig-photo

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