„Widerruf nur im Einzelfall zu empfehlen“

Berater von Michael Fiedler, Martin Thaler

Ein Düsseldorfer Startup bietet Hilfestellung bei der Rückabwicklung von Lebensversicherungen an. Doch nicht immer lohnt sich dies für die Kunden.

Bei der Rückabwicklung von LV-Verträgen ist einiges zu beachten. Fotolia / pathdoc

 Es war ein folgenschweres Urteil, das der Bundesgerichtshof (BGH) im Juli vergangenen Jahres fällte (Aktenzeichen IV ZR 76/11): Aufgrund fehlerhafter Widerrufsbelehrungen hatten Verbraucher, die zwischen 1994 und 2007 eine Lebensversicherungspolice abgeschlossen hatten, plötzlich die Möglichkeit, ihre Verträge zu widerrufen. Zudem könnten die Betroffenen neben der eingezahlten Summe auf eine Entschädigung in Höhe von durchschnittlich 10.000 Euro hoffen, wie das Portal Gründerszene berichtete.  

Doch wie ist das Geld einzufordern? Wer erledigt den „Papierkram“ mit den Versicherungen? In diese Lücke stößt nun das Düsseldorfer Unternehmen Helpcheck vor. Kunden können hierbei ihre Lebensversicherungsunterlagen an das Unternehmen schicken oder einfach per Homepage hochladen. Dann schätzen Anwälte mit Hilfe von Algorithmen und einer Scoring-Matrix ein, ob der Widerspruch Aussicht auf Erfolg hat und wie hoch die Erstattung wahrscheinlich ausfällt.  

Kommt es dann tatsächlich zu einer Erstattung, kassiert Helpcheck eine Provision in Höhe von 25 Prozent.   Über die Zahl der Betroffenen herrscht Unklarheit. Während der Versicherungsverband GDV von einigen Einzelfällen sprach, kam eine Erhebung der Verbraucherzentrale auf weit höhere Zahlen: In einer Erhebung aller von den Verbraucherschützern untersuchten Verträge stellten die Verbraucherschützer fest, dass in 60 Prozent aller Fälle die Widerrufsbelehrungen falsch waren.  

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