Finanztip startet mit Tenhagen

| Berater von Robert Krüger-Kassissa

Das gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin gibt ab sofort in Berlin Gas. Auf der Pressekonferenz am 1. Oktober wurden nebst neuem Chefredakteur auch die perspektivischen Ziele vorgestellt.

Das gemeinnützige Unternehmen Finanztip wurde im Mai 2014 von Robert Haselsteiner und Marcus Wolsdorf in München gegründet. Die beiden Gesellschafter (Gründer vom Baufinanzierer Interhyp, verkauft an ING-Diba) finanzieren das Non-Profit-Projekt aus eigenen Mitteln. „Es sollen in der Anfangsphase ein paar Millionen ins Projekt fließen“, sagte Haselsteiner auf der Pressekonferenz in Berlin. „In zwei bis drei Jahren soll Finanztip kostendeckend arbeiten“, plant Wolsdorf. Wenn das zinslose Darlehen der beiden Gründer irgendwann zurückgezahlt ist, gibt es, wenn der Plan aufgeht, Rückzahlungen aus Überschüssen an Haselsteiner und Wolsdorf.

Gewinne sollen im Sozialunternehmen verbleiben. Bestenfalls erhalten die beiden Gründer ihr gegebenes Darlehen möglicherweise samt Überschüsse, wenn alle Kosten gedeckt sind, zurück. Schlimmstenfalls haben die beiden Unternehmer ein paar Millionen Euro „verbrannt“. Geld soll über Affiliate-Programme verdient werden. „Folgt ein Leser einer Empfehlung in unserem Ratgeber und klickt dort auf den Link zu einer Anbieter-Webseite, ist das einigen Firmen eine Vergütung wert. Sie unterstützen damit unser gemeinnütziges Projekt und haben ja selbst auch einen Nutzen von unserer Arbeit“, erläutert Wolsdorf.

Um eine Beeinflussung vorzubeugen, existiert zwischen Redaktion und Online-Marketing eine klare Trennung. Finanztip agiert mit verschiedenen Teams in den Bereichen Geldanlage & Bankprodukte, Versicherung & Vorsorge, Energie, Mobilität, Medien & Reise sowie Steuern & Recht.

Honorarberatung stärken
Finanzielle Gründe haben auch für Tenhagen nach einigen Angaben keine Rolle für seine Entscheidung pro Finanztip gespielt, wenngleich „ich unwesentlich mehr verdiene als bei Finanztest“. Tenhagen gibt es um fundierte Finanzbildung aller Bevölkerungsgruppen. Alle Leistungen von Finanztip sind daher kostenlos und werbefrei.

Die Stiftung Warentest hat sich nach seinen Aussagen immer mehr zu einem „Studienräte“-Medium entwickelt. Die Leser haben eine gewisse Vorbildung und auch das nötige „Kleingeld“, um die Zeitschrift zu kaufen bzw. online Artikel kostenpflichtig herunterzuladen. Perspektivisch ist es sogar denkbar, dass Finanztip Honorarberatern oder wirklich „unabhängigen“ Makler Kunden zuführt. Denn die Finanztipper wissen, dass bei einigen Produkten wie beispielsweise in der PKV eine unabhängige Beratung unabdingbar ist.

Dann sollen aber Finanztip-Leser mit einer Art Checkliste und bereits gut vorgebildet zum Berater gehen. Solche Empfehlungen sind aber prinzipiell erst in Zukunft denkbar und kein fester Plan. Man werde sich die entsprechenden Makler dann auch sehr genau anschauen. Spannend findet Finanztip dabei den Berufszweig der Honorarberater. Ähnlich wie bei der Stiftung Warentest handelt es sich bei Finanztip um ein journalistisches Angebot. Eine Haftung für Produktempfehlungen wird nicht übernommen.

Zum Anfang eine Studie
Wohlwissend, dass Studien seitens der Medien immer „gern genommen werden“, hat Finanztip zum Start gleich mal eine Studie präsentiert. Die Experten haben ausgerechnet, dass eine Musterfamilie über den Zeitraum von 25 Jahren über 65.000 Euro mehr zur Verfügung haben kann, wenn sie die Finanztip-Empfehlungen beherzigt. Untersucht wurden die Bereiche Baufinanzierung, Autokredit, Festgeld, Aktienfonds, Tagesgeld, Auto- sowie Haftpflicht-Versicherung, Strom und Handy.

Foto: Hermann-Josef Tenhagen, © Finanztest

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