Vergleichsportale auf dem Prüfstand

| Berater | Top News von Christian Hilmes

Zuverlässigkeit und Transparenz von Produkt- und Anbietervergleichen im Internet stehen jetzt unter kritischer Beobachtung der Politik. Das zuständige Bundesministerium lud daher Vertreter verschiedener Online-Portale zum Gespräch.

„Vergleichs- und Bewertungsportale können für Verbraucher eine wichtige Informationsquelle für ihre Entscheidungen sein“, erklärt Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV, Foto unten). Doch die Nutzer müssten sich auf die Informationen auch verlassen können.

Zweifel an der Korrektheit der Online-Portale nährte die zunehmende Zahl an Rechtsstreitigkeiten über einzelne Vergleiche und Bewertungen. Im Juli befasste sich auch der Bundesgerichtshof (BGH) mit der Frage, inwieweit Betreiber von Bewertungsportalen verpflichtet sind, die Nutzerdaten von anonymen Bewertungen an die jeweiligen Anbieter herauszugeben.

Dialog über Probleme bei Portalen 
„Mein Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige, verlässliche Verbraucherinformation sicherzustellen“, erklärt Billen. Als „ersten Schritt in einen Dialog über die weitere Entwicklung der Vergleichs- und Bewertungsportale“, sieht der Staatssekretär für Verbraucherschutz sein Auftaktgespräch mit mehreren Portalbetreibern am Freitag. 

„Ziel des ersten Gesprächs über verbraucherpolitische Aspekte war eine gemeinsame Analyse der relevanten Problemfragen“, erklärt Billen, der bis Anfang des Jahres Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) war. „Außerdem wurden einzelne Möglichkeiten diskutiert, mit denen die Zuverlässigkeit und Transparenz der Vergleiche erhöht werden könnten.“ 

Portale für Versicherungen umstritten 
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP traf Billens Einladung zum Gespräch nicht bei allen Portalbetreibern auf Interesse. Insbesondere mit Betreibern von Bewertungsportalen habe das Ministerium bislang kein Termin vereinbart werden können. Vor allem große Anbieter hätten die Einladung abgesagt.

Die zunehmende Marktmacht insbesondere der Vergleichsportale für Versicherungen wird auch auf EU-Ebene bereits seit mehreren Monaten diskutiert: Die europäische Versicherungs-Aufsicht EIOPA hat einen Leitfaden dafür herausgegeben. Kritisch beleuchtet werden darin unter anderem mögliche Interessenkonflikte der Betreiber.

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Fotos: 
© Jürgen Fälchle - Fotolia.com; Frank Nürnberger - BMJV

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