Streit um Riester-Renditen beigelegt

| Versicherungen von Christian Hilmes

Punktsieg für das Institut für Transparenz (ITA): Das Handelsblatt hat eine Unterlassungserklärung abgegeben, in der sie sich verpflichtet, ihre Kritik an einer ITA-Studie nicht zu wiederholen. Eine Verlagssprecherin relativiert das gegenüber procontra.

„Schäuble fällt auf falsche Riester-Bilanz herein“, lautete der Titel eines Artikels, der am 8. August auf handelsblatt.com erschienen. Darin kritisierten die Autoren eine ITA-Beispielrechnung zur Rendite von Riester-Renten. Das ITA-Forschungsgutachtens „Kostenbegrenzung für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen“ zeichne ein zu positives Bild, so das Handelsblatt.

Das veranlasste ITA-Geschäftsführer Dr. Mark Ortmann dazu, um den Ruf des Instituts zu kämpfen: „Wir sahen uns dazu gezwungen, gegen diese falschen Tatsachenbehauptungen vorzugehen.“ Mit Erfolg: Neben der Abgabe der Unterlassungserklärung stellte das Handelsblatt eine überarbeitete Fassung des ursprünglichen Artikels online. Darin wurden korrigierende Hinweise ergänzt.

In der „Anmerkung der Redaktion“, heißt es nun: Die Beispielberechnung, die in einer vorherigen Version dieses Beitrags veröffentlicht wurde, konnte den Eindruck erwecken, dass Riester-Sparer durch die fehlerhafte Kalkulation tatsächlich weniger Rente beziehen als gedacht. Dieser Eindruck ist falsch.“

„Kernaussagen haben vollen Bestand“
„Lediglich die veröffentlichte Beispielrechnung hätte missverstanden werden können, so dass wir diesbezüglich eine 'einfache' Unterlassungserklärung abgegeben haben“, erklärt dazu Kerstin Jaumann, Sprecherin der Verlagsgruppe Handelsblatt, auf procontra-Anfrage. „Dies haben wir im Rahmen einer Anmerkung am Ende des Artikels transparent erläutert.“

„Die Kernaussagen des Artikels und insbesondere die Kritik an der Studie, die nach Vorliegen unserer Recherchen nachträglich geändert werden musste, haben weiterhin vollen Bestand“, so die Verlagssprecherin weiter. „Die ursprünglich von der ITA geltend gemachte Gegendarstellungsforderung wird von der ITA nicht weiterverfolgt.“ Das bestätigt Ortmann: „Für das ITA ist die Angelegenheit damit erledigt.“

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

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