LVRG - was der Makler beachten muss

| Versicherungen von RA Dipl. Mag.- Jur. Björn Thorben M. Jöhnke, Kanzlei Michaelis, Hamburg

Was sollte der Makler hinsichtlich des nun beschlossenen Lebensversicherungsreformgesetzes in der Beratung unbedingt beachten? Was sind die Eckpunkte des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG)?

Das mittlerweile beschlossene LVRG wird am 01.01.2015 in Kraft treten. Es sieht vor, dass Abschluss- und Verwaltungskosten für ein Versicherungsprodukt gesenkt werden. Es soll dadurch eine größere Produkttransparenz für den Verbraucher entstehen. Auch sieht das LVRG vor, dass eine Beteiligung an den Bewertungsreserven gesenkt wird. Der Höchstrechnungszins für neu abgeschlossene Lebensversicherungen wird von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent abgesenkt. Eine weitere Absenkung soll auch der Zillmersatz erfahren: von 40 Promille auf 25 Promille.

Ein wichtiger Punkt wurde jedoch ersatzlos gestrichen, nämlich dass die Vermittler dem Versicherungsnehmer (VN) die vertraglich vereinbarte Provision als Gesamtbetrag in Euro mitzuteilen haben. Allerdings soll die Effektivkostenquote der Lebensversicherung ausgewiesen werden.

Was sollte also bei einem Neuabschluss einer Lebensversicherung beachtet und somit auch beraten werden? Das LVRG sieht eine höhere Kostentransparenz für den Versicherungsnehmer (VN) vor. Das bedeutet, dass diese „Transparenz“ mit in die Beratung aufgenommen werden sollte. Der VN sollte darauf hingewiesen werden, dass die Beteiligung an den Bewertungsreserven gesenkt wird. Denn dieses wird nach Jahren eine deutliche Relevanz für die Effektivrendite haben.

Des Weiteren sollte der VN darüber aufgeklärt werden, dass bei einem Courtagevertrag der Sparbetrag nicht 1 zu 1 in die Sparanlage fließt. Die Erträge werden entsprechend durch die Kosten gesenkt (Reduction in Yield). Es werden also von dem monatlichen Sparbetrag die Abschlusskosten und die laufenden Kosten inklusive der Kapitalanlagekosten abgezogen. Meist kommen noch Verwaltungskosten sowie Vertragsänderungskosten hinzu.

Dies sorgt dafür, dass die eigentlichen Sparbeiträge nicht in der Höhe in den Vertrag fließen, wie der Versicherungsnehmer dieses sich höchstwahrscheinlich vorgestellt hat. Auf die Effektivkosten sollte der VN aus Transparenzgründen bereits bei der Planung der Lebensversicherung hingewiesen werden.

Hinzu kommt, dass der Zillmersatz abgesenkt wird. Dieses wird  direkte Auswirkungen auf die Courtagehöhe der Vermittler haben. Demnach ist auf jeden Fall zu empfehlen, dem Versicherungsnehmer alle möglichen Kostenfaktoren des Vertrages aufzuzeigen. Entsprechend empfiehlt es sich alles zu dokumentieren, bestenfalls sich gegenzeichnen zu lassen.

Der Makler ist gut beraten, wenn seine Beratung transparenter wird. Dies wird zu weniger Unzufriedenheit beim VN führen. Damit geht ebenfalls eine Haftungsminimierung des Maklers einher. Der Makler sollte auch den VN auf aktuelle Medienberichterstattungen hinweisen, um eventuellen Unsicherheiten der VN vorzubeugen und Stornos zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund ist dem Makler anzuraten, sich mit dem Reformpaket „LVRG“ eingehend zu befassen und dieses in seine Beratung einfließen zu lassen.

Der Autor ist Rechtsanwalt in der Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte in Hamburg und betreut die  Bereiche Versicherungsrecht und gewerblichen Rechtsschutz.

Foto: Björn Thorben M. Jöhnke, © Kanzlei Michaelis

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