Ökofonds mit teurer weißer Weste

Investmentfonds von Stefan Terliesner, Matthias Hundt

Von 46 ethisch-ökologischen Produkten genügt nur ein Anlagevehikel allen Ausschlusskriterien. Die bessere Wertentwicklung und schlankeren Kosten weist indes die Konkurrenz auf.

Nur ein ethisch-ökologische Investmentfonds meidet umstrittene Geschäftsfelder konsequent: der ÖkoWorld ÖkoVision Classic C (ISIN LU0061928585). Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von 46 ethisch-ökologischen Fonds der Verbraucherzentrale Bremen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest. Lediglich der genannte Fonds erfüllt die Ausschlusskriterien zu 100 Prozent.

Auf den weiteren Plätzen folgen Triodos Substainable Equity R ausschüttend (LU0278272413) mit einer Erfüllungsquote von 68 Prozent, Steyler Fair und Nachhaltig Aktien R (DE000A1JUVL8) mit 65 Prozent sowie Kepler Ethik Aktienfonds A (AT0000675657) mit 64 Prozent.

Große Unterschiede bei Rendite und Kosten
Bei der Rendite liegt der ÖkoWorld ÖkoVision Classic C allerdings nicht vorne. Der „Testsieger“ erzielte auf Sicht von einem Jahr eine Wertentwicklung von 16,6 Prozent und über einen Fünf-Jahreszeitraum von 10,7 Prozent pro Jahr. Besser schneiden hier zum Beispiel der Allianz Global Substainability A (LU0158827195) mit 18,9 Prozent bzw. 14,3 Prozent p. a., der KBC Eco World ausschüttend (BE017765750) mit 18,1 Prozent bzw. 14,7 Prozent p. a. sowie der Candriam Equities L Subtainable World D (LU0113400591) mit 17,8 Prozent bzw. 14,6 Prozent p. a. ab.

Der ÖkoWorld ÖkoVision Classic C ist zudem relativ teuer. Zusammen mit dem DKB Ökofonds TNL (LU0355139220) betragen die laufenden Kosten (gemäß „Wesentlicher Anlegerinformation, KIID) jeweils 2,5 Prozent pro Jahr. Alle anderen untersuchten Fonds sind günstiger zu haben; zum Teil für die Hälfte. Zudem erhält das Fondsmanagement des ÖkoWorld-Produkts zusätzlich eine erfolgsabhängige Vergütung. Dies ist sonst nur noch bei vier weiteren Fonds der Fall. Insofern müssen Anleger bereit sein, für die „weiße Weste“ des ÖkoWorld ÖkoVision Classic C etwas mehr zu bezahlen.  

„Wir müssen genauer hinschauen“
Auf Anfrage begründete sagte Ralph Prudent, Geschäftsführer der ÖkoWorld Vertriebsgesellschaft, die relativ hohen Kosten so: „Zunächst entsteht ein deutlich höherer Aufwand. Der Fonds verspricht in seinen Anlagebedingungen seinen Anlegern einen bestimmten, über positive und negative Anlagekriterien definierten, Umgang mit ihrem Geld. Ohne Hintertüren wie etwa Umsatzgrenzen oder Best-in-Class-Ansätze. Das bedeutet natürlich auch, dass wir genauer hinschauen müssen. Nicht nur in die Unternehmen selber, sondern auch in die Zulieferkette oder in Tochtergesellschaften. Der Gesamtprozess bis hin zur Überprüfung jedes einzelnen Unternehmens durch die elf Mitglieder unseres unabhängigen Anlageausschusses zeigt unseren hohen Qualitätsanspruch. Das hat natürlich auch seinen Preis.“ 

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Foto: © Anthony duhamel - Fotolia.com
 

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