ITA wehrt sich massiv gegen Handelsblatt-Kritik

Versicherungen von Christian Hilmes

Das Institut für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA) hat jetzt eine neue Stellungnahme gegenüber dem Handelsblatt veröffentlicht. Die Zeitung hat aktuell wieder über einen vermeintlichen Fehler in einem Gutachten für das Bundesfinanzministerium berichtet.

Die Behauptung, dass es einen Rechenfehler gegeben habe, sei falsch, kritisiert ITA-Geschäftsführer Dr. Mark Ortmann eine Kernaussage mehrerer Handelsblatt-Artikel. Unter dem Titel „Studie mit Fehlern Schäuble fällt auf falsche Riester-Bilanz herein“, nahm die Tageszeitung das ITA-Forschungsgutachtens „Kostenbegrenzung für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen“ erstmals kritisch unter die Lupe.

Konkret bemängelte sie die ausgewiesenen Renditen für Vorsorgesparer, bei denen die staatlichen Zulagen uneinheitlich berücksichtigt wurden. Darauf wies das Handelsblatt in ihrem am Freitag erschienenen Artikel „Linke fordert von Schäuble Konsequenzen“ erneut hin. Das veranlasste das ITA jetzt dazu, massiv um ihren Ruf zu kämpfen.

Methode bei Berechnung geändert
„Richtig ist allein, dass im Rahmen von verschiedenen Berechnungen zwei Detailberechnungen methodisch an die anderen Berechnungen angepasst wurden“, gibt Ortmann zwar zu. Das hätte aber keinen Einfluss auf die Ergebnisse der Studie. Denn nicht die Erträge von Riester-Produkten seien Gegenstand der Untersuchung gewesen, sondern Möglichkeiten, die staatlichen Kosten zu begrenzen.

Auch die in dem aktuellen Handelsblatt-Artikel kritisierte ITA-Studie „10 Jahre Riester-Rente“ aus dem Jahr 2012 verteidigt Ortmann gegen den Vorwurf, sie enthalte „schwere handwerkliche Fehler“: „Die Darstellung der Rendite aus Sparersicht ist nicht falsch. Auch in anderen Studien wird die Rendite aus Sparersicht dargestellt.“

Ortmanns Fazit: „Von einer Täuschung der Bevölkerung oder einer Irreführung auf Basis unserer Studie kann keine Rede sein.“ Dieser Sichtweise schließt sich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an. „Die Berichterstattung deckt keinen Fehler auf. Sie betrachtet lediglich zwei unterschiedliche Renditekennzahlen zur Riester-Rente“, kommentiert der Verband.

3,6 Prozent bei 30 Jahre Laufzeit
Für einer klassische Rentenversicherung mit 30 Jahren Laufzeit, in die 100 Euro Monatsbeitrag und die Riester-Zulage fließen, berechnete das ITA eine Rendite von 3,6 Prozent. Allein der staatliche Bonus beschert dem Kunden laut ITA 0,71 Prozentpunkte extra. Der GDV gibt die Rendite aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive mit 2,89 Prozent an.

So komme es zwar zu zwei verschiedenen Daten. „Aus Sicht von Verbrauchern ist einzig und allein relevant: Wieviel Rente bekomme ich aus meinen eingezahlten Beiträgen, den sogenannten Eigenbeiträgen?“, so der GDV weiter. Die andere Kennzahl sei für den Staat bei der Frage relevant, ob Riester-Kosten gedeckelt werden sollten.

Foto: Dr. Mark Ortmann, © ITA - Institut für Transparenz in der Altersvorsorge GmbH

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