Bayern nimmt Honorarberater aufs Korn

Berater von Christian Hilmes

„Wir werden die Entwicklung der Honorarberatung in der Praxis sorgfältig beobachten, um gegebenenfalls gesetzlich gegenzusteuern“, kündigt Dr. Marcel Huber (CSU) an. Er befürchte, dass Honorarberater zu oft Finanzanlagen gegen Provision vermitteln.

Die sogenannten Honorar-Finanzanlagenberater dürfen ihre Kunden grundsätzlich nur gegen Honorar beraten. Provisionen dürfen sie nur dann annehmen und unverzüglich an den Kunden weitergeben, wenn keine entsprechenden provisionsfreien Anlageprodukte am Markt zur Verfügung stehen. Das sieht das Anfang des Monats in Kraft getretene Honoraranlageberatungsgesetz (HanlBG) vor.

Damit die Provisionsannahme die Ausnahme bleibt, hat Bayern im Bundesrat durchgesetzt, dass die Honorarberater klar dokumentieren müssen, wie oft sie von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen, betont der Verbraucherschutzminister des Freistaates, Huber. Damit könne nachvollzogen werden, ob das Gesetz zur Förderung der Honorarberatung tatsächlich die erwünschte Wirkung zeigen. Huber: „Ausnahmen dürfen nicht zur Regel werden und Fehlanreize setzen.“

Politik klar pro Honorarberatung
„Wenn der Berater seine Vergütung ausschließlich vom Kunden erhält, ist sichergestellt, dass er die Interessen des Kunden in den Mittelpunkt der Anlageempfehlung rückt“, so der CSU-Politiker. Mögliche Probleme für Kunden mit geringen Anlagebeträgen, für die Anlageberatung gegen einen festen Stundensatz gegenüber der Beratung auf Provisionsbasis zum Minusgeschäft werden kann, erwähnt er nicht.

Ähnlich klar pro Honorarberatung positioniert sich das von SPD-Politiker Heiko Maas geführte Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das jetzt vom institut für finanzdienstleistungen (iff) den neuen „Wegweiser-Finanzberatung“ erstellen ließ. Auf der dazugehörigen Webseite betont das iff: „Im Gegensatz zu allen anderen Formen der Finanzberatung, wie Makler, Strukturvertrieb, Banker usw. sind Honorarberater wirtschaftlich nicht davon abhängig, ob sie Ihnen am Ende eines Beratungsgesprächs ein Produkt verkaufen bzw. vermittelt haben.“

Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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