Nachfolge bei Vermittlern oft unklar

Berater Nachfolgeregelung von Christian Hilmes

Für ihre Kunden kümmern sich Versicherungsvermittler um Fragen der Altersvorsorge. An ihren eigenen Ruhestand denken sie aber zu wenig: Im Alter wollen die meisten von ihnen ihren Vermittlerbetrieb abgeben. Doch an wen?

Noch keinerlei Nachfolgeregelung getroffen haben 63 Prozent der Versicherungsvermittler, die sich an einer aktuellen Umfrage beteiligt haben. Initiert wurde die Studie von der Versicherungsforen Leipzig GmbH, der Berufsakademie Sachsen, der Fachhochschule Dortmund und der Business- und IT-Beratung Q Perior AG.

Nach Ansicht der Autoren besteht ein „eklatantes Nachwuchsproblem, das sich in den nächsten Jahren deutlich verstärken wird“. Denn mehr als die Hälfte der befragten Vermittler ist älter als 50 Jahre. Neun von zehn Vermittlern sind schon länger als ein Jahrzehnt aktiv. Unter 30 Jahre alt sind weniger als 5 Prozent der Vermittler.

Kaum Regelungen bei umsatzschwachen Betrieben
Bei Unternehmen mit weniger als 100.000 Euro Jahresumsatz gibt es sogar für etwa 80 Prozent der Unternehmen noch keine Nachfolger. Von den 169 Ausschließlichkeitsvertretern, die an der Umfrage teilnahmen, sahen mehr als ein Drittel den Versicherer in der Hauptverantwortung fürs Nachfolgemanagement.

Dass sie für die Suche nach einem geeigneten Bewerber grundsätzlich selbst verantwortlich sind, sagen dagegen 97 Prozent der 301 befragten Versicherungsmakler. Wunschkandidaten sind für jeweils etwa 30 Prozent der Makler der Umfrage zufolge Familienmitglieder beziehungsweise Mitarbeiter. Nur die Hälfte der Makler wünschen sich am Tag X eine komplette Übernahme ihres Kundenstamms durch den Neuen. Zwei Drittel bevorzugen eine stufenweise Übergabe.

Foto: © fotomek - Fotolia.com

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