Clerical Medical wieder zu Schadensersatz verurteilt

Versicherungen von Christian Hilmes

348.346,53 Euro plus Zinsen muss die Clerical Medical Investment Group Ltd. zahlen. So lautet ein Urteil des Landgerichts Darmstadt (Az. 17 O 529/11), das jetzt rechtskräftig geworden ist.

Schadensersatz leisten muss Clerical Medical wegen vorvertraglichem Aufklärungsverschulden. Der Anlagevermittler, dessen Verschulden sich die zurechnen lassen muss, hatte pflichtwidrig nicht über die Gefahren der Quersubventionierung und des poolübergreifenden Glättungsverfahrens aufgeklärt, die sich auf die Rendite der Anlage nachteilig auswirken können.

Diese Informationen seien auch weder den Policenbedingungen noch den Verbraucherinformationen zu entnehmen, berichtet die Kanzlei Hahn Rechtsanwälte. Das Landgericht stütze sich dabei auf das grundlegende Urteil des Bundesgerichtshofs vom 11.07.2012 - IV ZR 151/11 -, in dem bereits die Pflicht zur Aufklärung über die Quersubventionierung zwischen den einzelnen Managed Funds festgestellt worden ist.

Zehnjährige Anspruchsfrist verstreicht
Der Kläger hatte im August 2004 sowie im Oktober 2004 gemeinsam mit seiner Mutter jeweils eine kreditfinanzierte „PerformancePlus Rente“ abgeschlossen. Sie beinhaltete auch den Abschluss einer britischen „Wealthmaster Noble“-Lebensversicherung bei der Clerical Medical Investment Group Ltd. Das Rentenmodell entwickelte sich als Verlustbringer.

„Die britische Lebensversicherung ist bei zahlreichen fremdfinanzierten Rentenmodellen eingesetzt worden“, erklärt Fachanwältin Dr. Petra Brockmann von Hahn Rechtsanwälte. „Anleger, die beispielsweise eine PerformancePlus Rente im Jahre 2004 abgeschlossen haben, sollten dringend die Zehn-Jahres-Höchstfrist beachten, die auf den Tag genau mit der Anspruchsentstehung zu laufen beginnt.“

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Foto: Dr. Petra Brockmann, Hahn Rechtsanwälte

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