Maklerpools kritisieren Axa-Fondsmanagement

| Investmentfonds von Christian Hilmes

Fünf große Beraterpools haben einen offenen Brief an die Fondsgesellschaft des Axa-Konzerns geschrieben. Sie kritisieren die vermeintliche Untätigkeit bei einem der wichtigsten Produkte ihrer Makler. Darauf hat Axa jetzt exklusiv gegenüber procontra reagiert.

Der Axa Immoselect (WKN: 984645) verzeichnete im vergangenen Jahr ein Minus von 18,6 Prozent. Auf Drei-Jahressicht haben die Anleger ein Viertel ihres investierten Vermögens verloren. Kein Wunder, vor etwa genau drei Jahren begann der Fondskurs deutlich abzusacken. Im Oktober 2011 kündigte Axa Investment Managers schließlich an, das Sondervermögen zu kündigen. Das heißt, der offene Immobilienfonds wird wie knapp ein Dutzend weiterer seiner Art abgewickelt.

Verkaufserlöse des aufgelösten Fondsportfolios sollen demnach während der noch andauernden Liquidationsphase halbjährlich an die Investoren ausgezahlt werden. Die zumeist unter 100 Millionen Euro teuren Immobilien wurden zum Großteil langfristig als Büros vermietet und liegen vorwiegend in Deutschland, Italien und Zentraleuropa.

Argentos, BCA, Fondskonzept, Fondsnet, Netfonds protestieren
„Sehr viele unserer Kunden sind in Ihrem Immobilienfonds investiert“, schreiben die Chefs der Pools Argentos, BCA, Fondskonzept, Fondsnet und Netfonds. „Zusammen repräsentieren wir einen Bestand von über 15 Milliarden Euro.“ Davon sei ein Teil im Immoselect angelegt worden.

Ihr gemeinsamer Brandbrief an Gerald Springer, Chief Executive Officer bei Axa Investment Managers Deutschland, weiter: „Wie Sie wissen, ist die Wertentwicklung dieses Fonds miserabel.“ Der Verlust sei nicht mit der allgemeinen Marktkrise zu rechtfertigen: „Im Vergleich dazu zeigt die Vergleichskategorie Immobilienfonds Europa eine Rendite von 0,2 Prozent für 2013.“

Immoselect wurde als defensivster aller Fonds beworben
Woran sich die Vertreter der fünf großen Pools besonders stören, ist aber nicht die miese Performance des Fonds. Sie kritisieren vielmehr, dass der Immoselect von Axa als defensivster Fonds seiner Vergleichsgruppe beschrieben worden sei. Das Immobilienportfolio des Fonds sei „extrem defensiv bewertet und frei von Währungsrisiken.“

Außerdem sei der Axa-Konzern als Europas größter Real-Estate-Manager in der Lage, auch bei Problemen einzuspringen. Genau das vermissen die Pool-Chefs aber in der aktuellen Krisenzeit. Mitbewerber wie die Fondstöchter der Sparkassen, der Allianz und der Deutschen Bank hätten in ähnlichen Schieflagen ihre Fonds stabilisiert.

Foto: Dieses Vier-Sterne-Hotel in Bad Homburg ist eine Immobilie im Portfolio des Axa Immoselect, Axa Investment Managers Deutschland GmbH

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